Osterrätsel: Was ist das?

Statt Ostereier suchen, gibt es bei uns zu Ostern ein kleines Rätsel. Was wird auf dem Bild dargestellt? Wir wollen schon mal so viel verraten: es hat etwas mit erneuerbaren Energien zu tun. Das dürfte Sie bei MetropolSolar nicht weiter verwundern. Aber was genau? Schreiben Sie Ihre Vermutungen in den Blog oder senden Sie ein Mail an info@metropolsolar.de! Die Auflösung zu dem Rätsel gibt es nach Ostern - und möglicherweise einige Diskussionen.

 

Auflösung des Osterrätsels (reingestellt am 16.4.09): Die Graphik veranschaulicht die Flächeneffizienz unterschiedlicher erneuerbarer Energien.

Was man auf dem Bild sieht, sind 3.000 Liter Öl und die Grundflächen, die zur Erzeugung an Wald (15.000 qm/100 m x 150 m), Freiflächen-Solarstrom (600 qm/20 m x 30 m) und Windkraft (2 qm/1 m x 2 m) benötigt werden.

3.000 Liter Öl (30.000 kWh) entsprechen in etwa dem Endenergieverbrauch eines Deutschen, wenn man den bundesweiten Endenergieverbrauch (alles inklusive) auf die Zahl der Menschen herunterbricht, die in Deutschland leben. Davon entfällt etwa 1/3 auf den Raumwärmebedarf.

Die Flächen, die zur Erzeugung von 30.000 kWh benötigt werden, wurden folgendermaßen berechnet (falls die Rechnungen Fehler enthalten, bitte im Blog kommentieren):

1. Waldholz: bei nachhaltiger Nutzung können 8 Festmeter pro ha und Jahr mit einem durchschnittlichen Brennwert von 2.500 kWh pro Festmeter dem Wald entnommen werden - macht 20.000 kWh. Damit werden 1,5 ha Wald zur Deckung des gesamten Endenergiebedarfs eines Deutschen benötigt (1 ha sind 10.000 qm). Nicht eingerechnet ist hier die Energiebedarf für Anbau und Ernte der Bioenergie, bzw. mögliche Verluste durch ineffiziente Nutzung. Entsprechende Rechnungen lassen sich auch für speziell angebaute Energiepflanzen, z.B. für die Nutzung in einer Biogasanlage anstellen. Je nach Art der Energiepflanzen unterscheiden sich die Hektar-Erträge, verändern das Gesamtbild der Flächeneffizienz im Vergleich zu Solar und Wind aber nicht grundlegend.

2. Solarstrom: hier wird angenommen, dass Solarmodule flächig ausgelegt werden und damit 50 kWh pro qm und Jahr produzieren (und nicht 100 kWh pro qm und Jahr wie bei optimaler Ausrichtung). Damit werden 600 qm benötigt, um den gesamten Endenergiebedarf eines Deutschen zu decken. Faktor 25 besser in der Flächeneffizienz gegenüber Bioenergie. Zum Thema Freiflächensolar-Anlagen hier ein ausführlicher Kommentar auf dem Solarserver.

3. Windkraft: hier wird zur Berechnung von einem 2 MW-Windrad mit 1.500 Volllaststunden ausgegangen. Dieses Windrad produziert 3.000 MWh Strom, also 3.000.000 kWh. Damit kann es 100 Menschen in Deutschland voll versorgen. Geht man von einer Grundfläche für das Windrad von 200 qm aus, ergibt sich ein Anteil von 2 qm für jeden Menschen. Selbstverständlich kann man nicht ein Windrad direkt neben ein anderes stellen, aber es spricht auch nichts dagegen, unter den Windrädern Land- oder Forstwirtschaft zu betreiben.

Was bedeutet das? Bioenergie hat eine vergleichsweise sehr schlechte Flächeneffizienz. Sie ist sehr kostbar. So verschwenderisch wie wir heute mit Bioenergie umgehen (z.B. Rund-um-die-Uhr-Verstromung von Biogas und Wegwerfen der Abwärme), können wir uns gar nicht leisten. In Zukunft muss bei der Bioenergienutzung der Vorzug der saisonalen Speicherfähigkeit im Vordergrund stehen. Und: Wer behauptet für eine Vollversorgung mit erneuerbaren Energien zu sein, aber keine Windräder oder Freiflächensolaranlagen will, muss erst mal zeigen, wo die Flächen für Bioenergie herkommen sollen. Oder einen gangbaren Weg für eine Effizienzrevolution zeigen. Oder gleich sagen, dass er eigentlich doch an den atomarfossilen Energien festhalten will.

Die Flächeneffizienz von erneuerbaren und atomarfossilen Energien lässt sich nicht vergleichen. Eine Tonne Kohle, die man verbrennt, ist weg - und das Loch aus dem man die Kohle holt, wird immer größer. Der Wind, den man ungenutzt übers Land streichen lässt, ist auch weg. Windräder zerstören keine Landschaft - sie schützen sie!

Erneuerbare Energien und atomarfossile Energien haben einen einfachen Unterschied: Nicht erneuerbare Energien sind weg, wenn man sie nutzt. Erneuerbare Energien sind weg, wenn man sie nicht nutzt.

Und hier finden Sie noch einige schöne Folien zum Thema.

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