Osterwunder

Ostern ist für Wunder immer gut. Der, der zu Ostern aufersteht, hat mal Wasser in Wein verwandelt. Die MVV ist ihm sehr nah. Verdammt nah. Und das kommt so:

Bei der MVV kommt die Wärme aus dem Rohr. Weil die Wärme aus dem Rohr kommt, ist das Ökowärme. Und Ökowärme ist gut. Das weiss jeder. Ökowärme bringt die Umwelt nicht zum Schwitzen.

Schauen Sie genau hin. Sie sind hier Zeuge eines Wunders: in das Rohr wird im Großkraftwerk Mannheim Kohlebrühe eingefüllt und bei den BürgerInnen kommt Ökoschampus raus. Kohlebrühe rein - Ökoschampus raus. Klasse. Super. Wunder. Das knallt ein bisschen lauter als ein einfach nur normales Wasser in normalen Wein zu verwandeln. Da muss sich der Jesus aber warm anziehen (es sei denn die Klimaerwärmung rettet ihn).

Vielleicht gelingt es der MVV, die BürgerInnen mit der Kohlebrühe so zu benebeln, dass die gar nicht merken, dass ihnen der schöne rote Schal in der Werbeanzeige eines Tages mit ein paar saftigen Preiserhöhungen den Hals abschnüren könnte und dass im Großkraftwerk gerade der vorzeitige Baubeginn für Block 9 durchgedrückt wurde. Schon mal Fakten schaffen, ist die Devise.

Mannheimer BürgerInnen haben am 7.4. gerade andere Fakten geschaffen und den Verein “100 Pro - Energiewende” gegründet. Mehr dazu demnächst.

Block 9 ist selbstverständlich der aktivste Beitrag zum Klimaschutz, den die Welt je gesehen hat - den hat sogar schon Umweltminister Gabriel gelobt: so eine Art “Öko-Siggi”-Gütezeichen, das jetzt für alles vergeben wird, wo Öko drauf steht, aber nicht drin ist.

Das, was die (GKM-Anteilseignerin) MVV in ihrer Kommunikation tut, nennt man “Greenwashing“. Und die neu gegründete Mannheimer Energieagentur ist auf dem besten Weg, ihr großer Waschsalon zu werden.

 

 

Ja, dann bleibt eigentlich nur noch, Ihnen allen mal schöne Ostertage zu wünschen.

 

 

 

 

Hier können Sie mehr zum Thema lesen: “Mannheimer Energiepolitik - Total unabhängig“, “MVV: Etikettenschwindel mit erneuerbaren Energien” und im Klimalügendetektor, z.B. die “Eiskalte Imagepflege” des GKM-Anteilseigners RWE

Und zum Schluss - um Ihnen das nicht vorzuenthalten - die offizielle Verlautbarung zur Mannheimer Klimaschutzagentur:

Pressemitteilung von Montag, 6. April 2009
Stadt Mannheim

Stadt Mannheim gründet Klimaschutzagentur

Mannheim. - Gesellschaftsvertrag zwischen Stadt Mannheim, MVV Energie
und GBG-Mannheimer Wohnungsbaugesellschaft notariell beurkundet
- Anlaufstelle in Räumen in der Innenstadt
- Eröffnung voraussichtlich im Juli 2009

Am 6. April 2009 trafen sich die Vertreter der Gesellschafter zur
notariellen Beurkundung des Gesellschaftsvertrags der Klimaschutzagentur
Mannheim gGmbH im Technischen Rathaus, Collini-Center. Bürgermeister Lothar
Quast für die Stadt Mannheim, Vorstand Matthias Brückmann für die MVV
Energie und Geschäftsführer Wolfgang Bielmeier für die GBG leisteten ihre
beglaubigte Unterschrift vor Notarin Frau Claudia Seeler. „Damit ist der
letzte rechtliche Schritt zur Gründung der Klimaschutzagentur Mannheim
vollbracht und die Agentur kann ihre wichtige Arbeit in Kürze aufnehmen“
freut sich Quast über den Meilenstein im Mannheimer Großprojekt KliMA –
Klimaschutz in Mannheim. Zuvor hatte der Gemeinderat die Gründung der
Klimaschutzagentur am 17. Februar 09 mit breiter Zustimmung beschlossen. Die
Anteile an der gemeinnützigen Gesellschaft betragen: 51 % Stadt, 40 % MVV
Energie AG und 9 % GBG. Stadt und MVV Energie beteiligen sich mit je 200.000
Euro und die GBG mit 50.000 Euro jährlich. „Die enge Zusammenarbeit von
Stadt, Energieversorger und Wohnungsbaugesellschaft ist bundesweit
beispielhaft“, betont Brückmann. Zur Unterstützung gibt es vom Land
Baden-Württemberg eine Anschubfinanzierung von 100.000 Euro.

Die Gesellschafter freuen sich, dass sie mit der neuen Klimaschutzagentur
den Mannheimer Bürgerinnen und Bürgern, dem Handwerk und Handel, den klein-
und mittelständischen Unternehmen, Vereinen und Institutionen eine zentrale
Anlaufstelle zur Beratung rund ums Energiesparen bieten können. Neben allen
Fragen zum Thema Energiesparen steht die gemeinnützige GmbH, die ihren Sitz
ab Sommer 2009 in der Innenstadt in den Quadraten haben wird, auch zu Fragen
des Einsatzes erneuerbarer Energien zur Verfügung.

Außerdem wird es dort Informationen zu entsprechenden Fördermöglichkeiten geben, und man kann gleich vor Ort Anträge für das städtische Fördermittelprogramm und auch den neuen Klimaschutzfonds im Rahmen des Klimaschutzprogramms 2020 der MVV Energie stellen.

Nach der Beurkundung fasste die anschließende Gesellschafterversammlung die ersten Beschlüsse, um die Handlungs- und Arbeitsfähigkeit der Klimaschutzagentur herzustellen. Die nächsten Schritte sind nun die Unterzeichnung des Mietvertrages für die zukünftigen Räumlichkeiten der Klimaschutzagentur und die Eröffnung des Geschäftskontos. Noch im April schreibt die Agentur die Stelle des hauptamtlichen Geschäftsführers aus. „Wir Gesellschafter sind sehr gespannt auf hoffentlich zahlreiche, interessante Bewerbungen“, meint Bielmeier. Außer dem Geschäftsführer werden noch drei Energieberater sowie eine Büroassistenz gesucht. Bewerbungsmöglichkeiten sind in den nächsten Wochen den Medien zu entnehmen.

Über die Eröffnung im Sommer 2009, voraussichtlich im Juli, wird die Klimaschutzagentur rechtzeitig informieren. Der Start der Agentur ist zudem das Juli-Projekt der Aktion der Stadt Mannheim „12 Monate – 12 Klimaschutzprojekte“ im Rahmen des Projekts KliMA – Klimaschutz in Mannheim.

2 Kommentare zu „Osterwunder“

  1. Erhard sagt:

    Wie kann ein Kohleverbrenner behaupten seine von ihm erzeugte Wärme würde die Umwelt nicht zum schwitzen bringen?

    Die Klimaerwärmung dank hohem CO2 Ausstoss dürfte doch auch dem letzten Bedenkenträger bewiesen sein. Wenn das so ist, dann lügt die MVV = Märchen Vom Versorger

  2. Erhard sagt:

    Ausserdem käme ich mir mit dem Schal um den Hals ungefähr so vor:

    http://madagaskar-blog.malala-madagascar.net/2008/12/in-einer-reihe-aufgehaengt/

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