100%-Regionen: Zur Sonne, zur…
In diesen Tagen gibt es wieder einiges zum Thema “100%-Regionen” zu berichten. In Kassel findet am 16./17. Juni die Konferenz “100% Erneuerbare-Energien-Regionen” statt. Wir werden dort den Bundesverband RegioSolar e.V. präsentieren, unter anderem in der Hoffnung, eines Tages doch noch eine Finanzierung für den Beginn der praktischen Arbeit zu finden. Am 18. Juni wird das Marburger Bildungsfest mit einem Impulsvortrag “Regionale Energieautonomie - Was ist das? Wie geht das?” von MetropolSolar mit eröffnet. Und am 20. Juni ist die Meisterfeier der Solarbundesliga in Bürstadt (hier der Sonnenflüsterer-Kommentar).
Am 25.6. veranstalten wir den Workshop “Energietourismus” in Heidelberg (Programm) - auch hier geht es darum, wie sich Regionen umfassend der Sonne zuwenden können. Der Workshop ist Teil der Reihe “Multiplikatoren-Workshops für Nachhaltige Energiebildung“, die am 4.7. in Mannheim mit dem Workshop “Plattform für Energiebildung” abschließt (Anmerkung vom 26.6.: der Termin wird auf einen anderen Termin im Juli verschoben).
In der Verbandszeitschrift des Bundesverbandes Windenergie “Neue Energie” gibt es in der Juni-Ausgabe ein Schwerpunkt-Thema “Hunderprozentig: 100 Prozent erneuerbare Energien und 100 Prozent weniger CO2- so lautet die Strategie der Zukunft. Wie sich Städte, Gemeinden und Regionen in Deutschland auf den Weg machen.” Dieses Großthema enthält auch einen Beitrag mit dem Titel “Blockade durch Block 9 - Die Metropolregion Rhein-Neckar zeigt, wie Bau und Betrieb von Großkraftwerken den Energiewandel blockieren: Wo sie abgeschaltet sind, herrschen Pragmatismus, Sonne und Bioenergie.”
Wie auch andernorts der Ausbau Erneuerbarer Energien durch die alte Energiewirtschaft behindert werden könnte, lesen Sie in einer IWR-Mitteilung der Geothermischen Vereinigung:
Lesen Sie nun eine Original-Pressemitteilung des Herausgebers:
Geothermische Vereinigung - Bundesverband Geothermie e.V., Berlin!E.ON gefährdet flächendeckend Geothermiepotenziale;
Untersuchungen für CO2-Endlager in Schleswig-Holstein beantragtBerlin (iwr-pressedienst) - Im Elbe-Weser-Dreieck in den Landkreisen
Wesermarsch und Cuxhaven hat die E.ON Gas Storage GmbH (EGS), Moltkestraße
76, 45138 Essen, beim Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie in
Clausthal-Zellerfeld (LBEG) insgesamt vier Anträge auf Erteilung einer
Erlaubnis gem. §7 Bundesberggesetz (BBergG) zur Aufsuchung von Sole
gestellt. Die Erlaubnis soll zunächst für fünf Jahre befristet gelten. Die
Nordsee-Zeitung vom 10.06.2009 spricht sogar von Anträgen beim LBEG für
geologische Untersuchungen in 17 Landkreisen im Wesergebiet.Der Deutsche Bundestag wird über das im Entwurf vorliegende CCS-Gesetz
möglicherweise in dieser Woche entscheiden. Dazu Hartmut Gaßner, Präsident
des GtV Bundesverbandes Geothermie: “E.ON zeigt keinen Respekt vor dem
Gesetzgeber. LBEG sollte den Versuch der Gesetzumgehung zurückweisen.”Wie vom GtV-Bundesverband Geothermie in den vergangenen Wochen
wiederholt hervorgehoben, zielen die großen Energieversorgungsunternehmen
auf weitflächige Untersuchungsräume für CO2-Ablagerungen ab, die die
Geothermienutzung ausschließen werden.Hartmut Gaßner: “Wenn E.ON-Vertreter tatsächlich behaupten sollten,
Geothermie sei nur in Oberflächen-Schichten bis 200 m Tiefe sinnvoll, dann
arbeiten sie mit Fehlinformationen. Der Deutsche Bundestag muss die
Geothermie durch ein Gesetz wirksam schützen und den Vorrang der
Erneuerbaren Energien absichern!”
Hintergrund:Die EGS plant, in den genannten Bereichen den Untergrund auf seine
Eignung für die “dauerhafte Einlagerung von CO2 zu erkunden. Damit eine
Erlaubnis gem. §7 BBergG erteilt werden kann, muss der Antrag u. a. ein
entsprechendes Arbeitsprogramm enthalten, aus dem hervorgeht, welche
Arbeiten in den benannten fünf Jahren ausgeführt werden sollen. Das LBEG
hat als zuständige Bergbehörde für die Länder Schleswig-Holstein, Hamburg,
Bremen und Niedersachsen die durch die EGS vorgelegten Arbeitsprogramme
als “angemessen” beurteilt, so dass die Erteilung der Erlaubnis im
beantragten Umfang befürwortet werden könne.Derzeit diskutiert der Deutsche Bundestag eine Gesetzesvorlage zur
Einspeicherung von CO2 aus Kohlekraftwerken (CCS-Gesetz). Der Ausgang ist
offen. Die EGS greift einer Beschlussfassung vor, in dem sie bereits jetzt
Aufsuchungserlaubnisse nach BBergG stellt und so versucht, vollendete
Tatsachen zu schaffen.Geologisch betrachtet gehört die Region, wie ein großer Teil der
niedersächsischen Landesfläche zum Norddeutschen Becken. Dieses zeichnet
sich u. a. durch das großflächige Vorkommen salzhaltiger
Thermalwasserlagerstätten in tiefliegenden, porösen Sandsteinschichten
aus. Bei dem salzhaltigen Thermalwasser handelt es sich um die in den
Anträgen genannte Sole. Thermalwasseraquifere eignen sich hervorragend für
die Erschließung von geothermischer Wärme. Sie gelten aber auch als eine
der wichtigsten Formationen für die Endlagerung von CO2.Unseres Erachtens darf das LBEG die beantragte Erlaubnis gar nicht
erteilen. Schon der Antrag auf Erteilung einer bergrechtlichen Erlaubnis
zur Aufsuchung von Sole ist unzulässig, weil die Erkundung offensichtlich
nicht der Versorgung mit Sole dient, sondern einer Kohlendioxidablagerung.
Hierfür müssen die die rechtlichen Voraussetzungen erst noch vom
Gesetzgeber geschaffen werden.Folgen:
In den beantragten Erschließungsgebieten könnte das geothermische
Potenzial nicht erschlossen werden. Die Erlaubnis ist zwar zunächst für
fünf Jahre beantragt, sie kann jedoch verlängert werden und bei erfolgter
Einleitung von CO2 in die Aquifere für alle Zeiten tiefe
Geothermienutzungen ausschließen, Den betroffenen Regionen würde
letztendlich für immer die Möglichkeit genommen, die geothermischen
Ressourcen in ihrem Untergrund zu nutzen. Auch ein späteres Durchteufen
der Lagerstätten, um z. B. in tieferen Schichten Wärmetauschflächen für
petrothermale (Heiz)Kraftwerke zu schaffen, verbietet sich dann aus
Sicherheitsgründen. Ein enormes regeneratives Energiepotenzial ginge für
alle Zeiten verloren. Die betroffenen Kommunen und Landkreise würden in
Hinsicht auf diesen Bodenschatz quasi enteignet. Und das zugunsten von
vergleichsweise kurzlebigen Kraftwerksprojekten in weit entfernten
Gebieten, aus denen das CO2 erst mit Pipelines herangeschafft werden
müsste. Dabei hat der Bundestag mit der Novelle des EEG zum 01.01.2009 mit
einer speziellen Einspeisevergütung für petrothermale Systeme gerade erst
die Voraussetzungen geschaffen, solche Anlagen unter wirtschaftlichen
Gesichtspunkten zu errichten, nachdem nach zwei Jahrzehnte dauernden,
intensiven Forschungsanstrengungen dafür die technischen Voraussetzungen
geschaffen worden sind.Auf den Nutzungskonflikt zwischen Geothermie und CO2-Einlagerung hat in
den vergangenen Tagen auch das Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut (AWI)
verwiesen. In der Nordsee-Zeitung vom 10.06.2009 behauptete
EGS-Projektleiter Dr. Klaus Peter Röttgen dagegen, “aus technischen und
wirtschaftlichen Gründen sei Geothermie nur in Oberflächen-Schichten bis
200 Metern Tiefe sinnvoll.” Das ist natürlich grober Unsinn.
Oberflächennahe geothermische Systeme in Verbindung mit Wärmepumpen sind
nur eine der vielen Optionen geothermischer Nutzungen.Was tun?
Landkreise und Kommunen haben zwei Möglichkeiten, diesen Bestrebungen
entgegenzutreten: Sie können gegen die Erteilung der Erlaubnisse beim LBEG
protestieren. Schon im Vorfeld können sie sich über regionale
Planungsträger dafür einsetzen, dass die Möglichkeit der Geothermienutzung
durch Festsetzung von Vorrang- und Vorbehaltsgebieten in
Raumordnungsplänen gesichert wird.Berlin, den 15. Juni 2009
Veröffentlichung und Nachdruck honorarfrei; ein Belegexemplar an
Geothermische Vereinigung - Bundesverband Geothermie e.V. wird
freundlichst erbeten.Achtung Redaktionen: Für Fragen steht Ihnen Herr Hartmut Gaßner, Präsident
GtV-Bundesverband Geothermie, gerne zur Verfügung.Geothermische Vereinigung - Bundesverband Geothermie e.V.
Bundesgeschäftsstelle
c/o Gaßner, Groth, Siederer & Coll.
Stralauer Platz 34
10243 BerlinTel: 030 7261026-0
Fax: 030 7261026-10
Email: mailto:hartmut.gassner@geothermie.de
Internet: http://www.geothermie.de











16. Juni 2009 um 12:38 Uhr
[...] darum geht es in dem bundesweiten Kongress „ 100 Prozent Erneuerbare Energie Regionen“ in Kassel, der heute beginnt. In der Veranstaltung werden die Umsatzstrategien für Kommunen und [...]