Kohlenhandlung Müller hat Atomschwindel

Es ist absolut lächerlich und verlogen, wie der Vorstandsvorsitzende der MVV, Dr. Georg Müller, versucht, die MVV als große Verfechterin erneuerbarer Energien in einem Interview in der ZEIT (hier anklicken) zu präsentieren. Greenwashing vom Gröbsten: Müller weiss, dass die MVV sich mit ihrer Entscheidung für den neuen Kohleblock 9 verspekuliert hat, wenn die Laufzeitverlängerung kommt. Darum geht es. Deshalb überlegt die MVV zu klagen. Weil das aber in Zeiten des Klimawandels nicht gut kommt, verkauft er das Ganze als Engagement für erneuerbare Energien. Wenn Müller als größter Kohlenhändler der Region, wirklich so überzeugt von der Energiewende ist, wie er vorgibt, sollte die MVV mal einen klaren Schritt machen und aus der Investitionsruine Kohleblock 9, vor der wir immer wieder gewarnt haben, aussteigen (siehe auch den Beitrag “Mannheimer Kohleschützer“).

Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang auch folgende Pressemeldung des BUND:

2. Juni 2010

Nach ZEIT-Interview: BUND lobt MVV-Position zur Energiewende

Umweltschützer warnen aber vor Greenwashing

Nach dem Interview des MVV-Vorstandsvorsitzenden mit der Wochenzeitung “DIE ZEIT” lobt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Regionalverband Rhein-Neckar-Odenwald die hier vertretene Position zur Energiewende. In dem Interview hatte Müller das energiepolitische Ziel erklärt, den Ausbau der regenerativen Energiegewinnung voranzutreiben und auf dezentrale, umweltfreundliche und flexible Kraftwerke zu setzten.

Diese Position vertritt der BUND seit Jahren, etwa mit der Studie „Fahrplan Energiewende Baden-Württemberg“. Bei aller Freude warnte die Umweltorganisation gleichzeitig vor „Greenwashing“ von Seiten der MVV Energie AG. Denn die letzten Jahre spreche die Politik des Konzerns oft eine andere Sprache, insbesondere vor der eigenen Haustür. Anstatt in dezentrale Erzeugungsanlagen investiere die MVV als 28-Prozent-Anteilseigner an der Grosskraftwerk Mannheim AG vor allem in den Neubau eines Kohlekraftwerks, der die Energiewende auf mehrere Jahrzehnte blockiert.

„Die MVV wünscht sich dem eigenen Bekunden nach etwa flexible Gas- und umweltfreundliche Wasserkraftwerke“. Damit diese vertretene Position kein reiner PR-Coup bleibt, müssen auch Taten folgen, allen voran muss der Bau von Block 9 umgehend gestoppt werden“, erklärte Matthias Weyland vom BUND Rhein-Neckar-Odenwald.

Insgesamt sieht der Umweltverband die eigene Kritik am geplanten Kohleneubau und der Unvereinbarkeit mit einem zukunftsfähigem Energiesystem mit dem Interview bestätig.

Um die Energiewende tatsächlich voranzubringen ruft der BUND die Verbraucher zum Wechsel zu einem Ökostromanbieter wie die Elektrizitätswerke Schönau auf, der sich konsequent für die Energiewende einsetzt.

Weitere Informationen:

www.bund-bawue.de/gkm9

www.bund-regionalstrom.de

www.ja-zu-oekostrom.nein-zu-block9.de

Für Rückfragen:

BUND Rhein-Neckar-Odenwald, Matthias Weyland, Tel: 06221-164841, mobil: 0163-7758838

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