Archiv für 23. Juli 2010

Solarstrom verdrängt Kohlestrom

Freitag, 23. Juli 2010

An einigen Tagen im Juli 2010 waren in der Mittagszeit weit über 7.000 MW Solarleistung am Netz - so viel wie 7 Atomkraftwerke oder 10% des gesamten Strombedarfs (Bild unten anklicken). Wer in der Mittagszeit mit Kohle- oder Gaskraftwerken sein Geld verdient, dem muss beim Blick auf die weitere Entwicklung Angst und Bange werden (siehe auch Blogbeitrag: “Wer hat Angst vor den Erneuerbaren?” und die IFEU-/Arrhenius-Studie zum Kohlekraftwerke Moorburg auf S. 40):

In seinem Artikel “Rekordsommer treibt Stromkosten nach oben” schreibt das Online-Magazin “Spiegel” zum solaren Ausbau in Deutschland: “Arrhenius-Institutschef Helmuth Groscurth hat diese Effekte in einer Studie untersucht und warnt: “Geht der Photovoltaikausbau ungebremst weiter, ist nicht nur die Existenz einzelner Kraftwerke bedroht - sondern die Existenz ganzer Energieunternehmen.” Der entscheidende Hinweis kommt zum Schluss des Artikels, denn dort steht mehr oder weniger direkt: die effektivste Lösung für dieses Problem wäre, das Erneuerbare Energien Gesetz abschaffen - es ist zu erfolgreich.

Beim “Spiegel” ist eine übergeordnete energiepolitische Sichtweise regelmäßig zu vermissen. Mit großer Begeisterung schreibt er über sogenannte “Solarschulden”, die er umfassend ins Verhältnis zu “Atomschulden”, “Ewigkeitskosten des Bergbaus”, “Ölkatastrophenkosten”, “Klimaschulden” etc. und den verzweigten Positiveffekten des Solarausbaus setzen müsste. Das tut er aber nicht oder nur sehr eingeschränkt (siehe auch Blogbeitrag “Stimmungsmache kommt punktgenau“).