Archiv für Juli 2010

Macht statt Konzept

Dienstag, 6. Juli 2010

In einer Meldung des Bundesumweltministeriums vom heutigen Dienstag, wird der Präsident des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) zitiert, der davor warnt, wichtige Weichenstellungen (d.h. also vor allem Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke) vor Erstellung des nationalen Energiekonzepts, das frühestens im Herbst 2010 vorgestellt werden soll, vorzunehmen (hier als PDF).

Eine ganz besondere Note erhält die VKU-Stellungnahme zum nationalen Energiekonzept, wenn man weiss, dass der ehemalige VKU-Präsident Gerhard Widder, seines Zeichens Oberbürgermeister a.D. (und Ehrenbürger) der Stadt Mannheim, Aufsichtsratsvorsitzender a.D. des Mannheimer Energeiunternehmens MVV (siehe auch den Blogbeitrag “Kohlenhandlung Müller hat Atomschwindel“), Aufsichtsratsvorsitzender der Mannheimer Wohnungsbaugesellschaft GBG (d.h. eines großen lokalen Wärme- und Gasabnehmers) und Immer-Noch-Aufsichtsratsvorsitzender des Großkraftwerks Mannheim, auf lokaler und regionaler Ebene mit dem Kohleblock 9 genau diese Art von Weichenstellung maßgeblich mit durchgedrückt hat. Erst Fakten schaffen, dann Energiekonzept machen.

Und siehe da: Stadt Mannheim, MVV und GBG sind in der Trägerschaft der kommunalen Klimaschutzagentur vereint. Ein Schelm, der dabei Böses denkt (siehe dazu auch den Blogbeitrag: “Mannheimer Energiepolitik - total unabhängig“).

Was für das nationale Energiekonzept die Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke sind, ist für den Rhein-Neckar-Raum und die Stadt Mannheim der Kohleblock 9 im Großkraftwerk Mannheim. Hier war die Devise: Erst Weichen stellen, dann Konzepte machen, sprich: erst Block 9 durchdrücken, dann Klimaschutzkonzept Mannheim bzw. regionales Energiekonzept für die Metropolregion Rhein-Neckar angehen (siehe auch Blogbeitrag “Konzept versus Kraftwerk“).

Lokal, regional und national geht es nicht um das beste Konzept zum Umbau der Energieversorgung in Richtung 100% erneuerbare Energien, sondern um die effektivste Durchsetzung von Macht und Interessen zur Zementierung überkommener atomarfossiler Strukturen. Warum es keine friedliche Koexistenz zwischen atomarfossilen und erneuerbaren Energien gibt, beschreiben die Blogbeiträge “Keine atomarfossilen ‘Brücken’ zur Sonne” und “Grundlastkraftwerke gefähren Erneuerbare“.

Foulspiel: DFB contra Atomforum

Freitag, 2. Juli 2010

Dem Ingenieur ist nicht zu schwör, dem Atomforum ist nichts zu dumm - wenn es um die Manipulation der öffentlichen Meinung zugunsten der ungeliebten Atomenergie geht. Dieses Foulspiel hat ihm jetzt eine Unterlassungserklärung des DFB eingehandelt (zur Vergrößerung unten auf “Full” klicken, siehe auch Blogbeitrag “Brot, Spiele und Laufzeitverlängerung“):

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