Archiv für 23. März 2014

Schlachtfest-Rede: Dummheit ist machbar

Sonntag, 23. März 2014

Liebe MetropolSolarierInnen und Interessierte,

bei der gestrigen sehr lebendigen und großen Demo in Mainz und Wiesbaden haben nicht nur eine ganze Reihe von MetropolSolar-Mitgliedern mit demonstriert, sondern auch einige Prominenz aus Politik und Verbänden.

Es gab die Gelegenheit zu sehr vielen guten Gesprächen. Einhellige Meinung: wir stehen an einem Kipp-Punkt. Wenn die aktuellen Regierungspläne durchgezogen werden, wirft uns das um Jahre zurück und es ist fraglich, wann wir uns davon wieder erholen. Für viele engagierte Akteure für 100% Erneuerbare käme die Hilfe bereits jetzt zu spät. Sie wurden von der Politik in den Ruin getrieben.

Die Erosion der Branche der Erneuerbaren Energien war im vergangenen Jahr bereits dramatisch (allein in der Solarbranche sind 40.000-50.000 Jobs verloren gegangen, davon nur 5.000 in der Modulproduktion) und sie wird sich fortsetzen, wenn Merkel, Gabriel, Seehofer und Baake ihren fatalen Weg zum Kippen des Ausbaus der Erneuerbaren Energien zu Ende gehen (Kommentierungen dazu auf metropolsolar.de).

Die Regierung muss dazu gebracht werden, ihre Pläne zu ändern, weil sonst ein großer Teil der verbliebenen Umsetzungsstrukturen für 100% erneuerbare Energien in Unternehmen, Genossenschaften, Kommunen und Organisationen zerstört wird. Wenn der Rahmen ruiniert und diese Strukturen erst einmal zerstört sind, wird es sehr schwer, überhaupt noch etwas Substanzielles für die Umsetzung in Richtung 100% Erneuerbare in der Region voranzubringen.

Wir dürfen nicht zulassen, dass unseren Aktivitäten für 100% Erneuerbare - durch eine von der atomarfossilen Lobby gesteuerte Politik - die Grundlage entzogen wird.

Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang die angehängte Rede von Ulrich Mohr, dem ehemaligen langjährigen Landesvorsitzenden des BUND in Rheinland-Pfalz, der einen ausgesprochen klaren Blick auf die Dinge hat. UNBEDINGT LESEN (hier anklicken; Nachtrag: sehr gut auch eine andere Rede zum 9. März in Neckarwestheim, hier anklicken).

Alle wesentlichen Argumente sprechen für unsere Positionen. Wir, die EnergiebürgerInnen, kleinen und mittleren Unternehmen, Energiegenossenschaften, Solarvereine und Kommunen, wie sie im MetropolSolar-Netzwerk organisiert sind, sind die Träger der Energiewende. Wir sind das Volt.

Wir haben nach der Erfahrung der Laufzeitverlängerung und dem folgenden Fukushima-Schwenk unsere Energiewende der Regierung Merkel & Co. geliehen - zur Resozialisierung und auf Bewährung sozusagen - aber jetzt hat sie sie entführt, grob misshandelt und ist dabei sie ganz zu zerstören. Dem Vertrauen ist durch das Regierungshandeln die Grundlage entzogen.

Schluss damit! Wir müssen uns die sogenannte “Energiewende” zurückholen und sicher stellen, dass wir den Weg zu 100% erneuerbaren Energien wieder selbst gestalten können.

Vor diesem Hintergrund hat die MetropolSolar-Geschäftsstelle in den letzten Monaten sehr viel Zeit in Lobby-, Kommunikations- und Öffentlichkeitsarbeit investiert, um das Schlimmste zu verhindern (insbesondere Eigenstromabgabe, Deckelung Solar & Wind und neue Trassen s. auch Kommentierung zum EEG-Referentenentwurf) und sinnvolle Perspektiven in die verwirrte Diskussion zu bringen (siehe: “Wie es gehen könnte“).

Aber wir dürfen uns keine Illusionen machen. Die Gegner gegen die wir antreten, sind mächtig. Die Dimension der Frage, in welche Richtung die Entwicklung in Deutschland kippt, geht dabei weit über Deutschland hinaus. Die erneuerbaren Energien zerstören entscheidende Teile der Geschäftsgrundlage eines globalen Geflechts von atomarfossilen Energie- und Finanzkonzernen. Und sie sehen nicht untätig zu, wie das geschieht. Trotzdem haben die 20 größten Energiekonzerne Europas von 2008-2013 die Hälfte ihres Wertes verloren.

Die Konzerne wissen, dass sie den Kampf gegen die vor kurzem noch verlachten Erneuerbaren Energien nicht mehr gewinnen können. Aber sie wissen auch, dass jedes Jahr Verzögerung ihnen in der Summe Billionen Gewinne bringt. Vor dem Hintergrund des Klimawandels ist jedes Jahr Verzögerung bei der Umstellung auf 100% erneuerbare Energien ein gewaltsamer Angriff auf immer größere Teile der Menschheit. Für die Weltgemeinschaft sind die kommenden Jahre deshalb die entscheidenden Jahre.

Was in Deutschland passiert, wird auf der Welt sehr genau beobachtet. Genau deshalb wird derzeit in Deutschland ein erbitterter Kampf mit allen Mitteln ausgetragen. Ein Durchbruch in Deutschland hat weltweite Signalwirkung.

Die Zeiten für die erneuerbaren Energien sind extrem schwierig. Unabhängige regionale Organisationen wie MetropolSolar sind deshalb besonders wichtig. Denn in den Regionen findet die Energiewende statt.

Wesentliches Ziel von MetropolSolar in diesem Jahr ist es, auf dem Weg zu einer Spenden-, Projekt- und Dienstleistungs-Unabhängigkeit bei der Grundfinanzierung einen entscheidenden Schritt voran zu kommen. Im Jahr 2014 wollen wir die Mitgliederzahl von MetropolSolar mindestens verdoppeln. Bei einer Verdreifachung der Mitgliederzahl hätten wir bereits eine langfristig unabhängige Grundfinanzierung erreicht. Das geht nur, wenn Sie sich beteiligen. Keiner kann das allein schaffen.

Bitte überlegen Sie deshalb ganz konkret, welche zwei neuen Mitglieder Sie für MetropolSolar gewinnen können. Nicht irgendwann, sondern nächste Woche.

Neue Mitgliedschaften werden durch eine Verdopplung des Mitgliedsbeitrags im Jahr 2014 von unseren Mitgliedsfirmen Sunpeak (bis zu einem Limit von insgesamt 1.000 EUR) und SolarArt Kraftwerk (bis zu einem Limit von 5.000 EUR) gefördert. Sie unterstützen damit den Weg zur unabhängigen Tragfähigkeit des Netzwerks, weil sie unsere Arbeit sinnvoll und notwendig finden.

Wer sich auch an einer solchen Förderung beteiligen möchte, bitte melden. Wir nehmen gerne weitere Förderer auf.

Bitte nehmen Sie die Angebote zum Austausch bei den MPS Energie Gesprächen und MPS Energie Lokal wahr (im Kalender die nächsten Termine: hier anklicken) und unterstützen Sie aktiv die langfristige Handlungsfähigkeit des MetropolSolar-Netzwerks. Aufnahmeantrag hier anklicken. Falls Sie dazu irgendwelche weiteren Informationen oder Unterstützung benötigen, melden Sie sich bitte telefonisch oder per Mail.

Wir freuen uns, Sie bei den MPS Energie Gesprächen und MPS Energie Lokal in Heidelberg, Neustadt, Buchen, Mannheim und Weinheim zu sehen! Weitere Orte und Gespräche folgen.

Herzliche Grüße,

Daniel Bannasch
Geschäftsführer

100% Erneuerbare Energien brauchen eine Lobby. Uns. Werden Sie ein Teil davon.

MPS Energie Institut
MetropolSolar Rhein-Neckar e.V.
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