Archiv für 19. Juni 2014

Offener Brief an MdBs: Beendigung einer bürgerschaftlich getragenen Energiewende?

Donnerstag, 19. Juni 2014

maria.boehmer@bundestag.de, norbert.schindler@bundestag.de, karl-a.lamers@wk.bundestag.de, dorothee.schlegel@bundestag.de, alois.gerig@bundestag.de, nina.warken@bundestag.de, stephan.harbarth@bundestag.de, stefan.rebmann@bundestag.de, franziska.brantner@bundestag.de, thomas.gebhart@wk.bundestag.de, thomas.hitschler@bundestag.de, johannes.steiniger@bundestag.de, olav.gutting@wk2.bundestag.de, egon.juettner@bundestag.de, sylvia.kotting-uhl@bundestag.de, lars.castellucci.ma01@bundestag.de, gerhard.schick@wk2.bundestag.de, marcus.held@bundestag.de, jan.metzler@bundestag.de, tobias.lindner.wk04@wk.bundestag.de, christine.lambrecht@bundestag.de, lothar.binding@wk.bundestag.de, michael.meister@wk.bundestag.de, doris.barnett@wk.bundestag.de

Sehr geehrte Bundestagsabgeordnete aus der Metropolregion Rhein-Neckar,

wie aus vielen Umfragen bekannt ist, stehen weite Teile der BürgerInnen und Bürger und damit auch der Wählerinnen und Wähler hinter dem Ziel einer vollständigen Versorgung mit erneuerbaren Energien.

Aus Sicht vieler engagierter Energiewende-Akteure an der Basis würde mit den derzeit auf Bundesebene beabsichtigen Reformen die weitere Entwicklung einer überwiegend bürgerschaftlich und mittelständisch getragenen dezentralen Energiewende innerhalb kurzer Zeit faktisch beendet. Wichtige Energie- und Klimaziele wären mit den geplanten Weichenstellungen in keiner Weise mehr erreichbar.

Eine positive Auswirkung auf den Strompreis, mit der immer wieder argumentiert wird, ist für die Mehrheit der Menschen und Unternehmen nicht zu erwarten. Das bestätigen u.a. Studien, die die Bundesregierung selbst in Auftrag gegeben hat. Auch das Problem der Nicht-Strom-Energiekosten und das wichtige Thema der Unabhängigkeit von Energieimporten werden damit nicht adressiert - im Gegenteil.

Es ist immer wieder die Rede davon, Deutschland drohe eine De-Industrialisierung und Arbeitsplatzverluste aufgrund hoher Industriestrompreise. Tatsächlich sind die Industriestrompreise aber gesunken und sinken weiter, weshalb sich mittlerweile Industrieorganisationen in Nachbarländern über die ruinöse Konkurrenz durch billigen Industriestrom in Deutschland beklagen.

Tatsächliche Arbeitsplatzverluste gab es hingegen im Solarbereich: innerhalb eines Jahres ist bereits die Hälfte aller Solar-Arbeitsplätze verloren gegangen, wovon kaum gesprochen wird. Die geplanten Weichenstellungen würden weitere Verheerungen anrichten - nicht nur in der Solarbranche. Viele kleine und mittelständische Unternehmen, die das Herz der Wirtschaftskraft in Deutschland ausmachen, stehen mit dem Rücken zur Wand. Und das alles vor dem Hintergrund, dass weltweit die Erneuerbaren Energien boomen, und Deutschland davon als Vorreiterland profitieren könnte.

Wir vermitteln Ihnen gerne Kontakte zu direkt betroffenen Akteuren, damit Sie sich ein besseres Bild von den Auswirkungen der bisherigen Weichenstellungen und den aktuell geplanten Reformen machen können.

Es fällt schwer zu glauben, dass Sie als Abgeordnete des Bundestags den Umbau der Energieversorgung in Richtung Erneuerbare Energien gegen den Willen großer Mehrheiten in der Bevölkerung und auf Kosten unzähliger Arbeitsplätze bewusst und vorsätzlich ausbremsen wollen - ganz gleich welcher Partei Sie angehören oder welchen Hintergrund Sie haben.

Wie stehen Sie persönlich zur “EEG-Reform”?

Ihre Antwort veröffentlichen wir gerne auf unserer Internetseiten, wo sie auch viele Hintergrundinformationen und Kommentierungen zum Thema finden.

Für Rückfragen und Gespräche stehen wir selbstverständlich gerne zur Verfügung.

Herzliche Grüße,

Daniel Bannasch
Geschäftsführer

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