Offener Brief an MdBs: Beendigung einer bürgerschaftlich getragenen Energiewende?

maria.boehmer@bundestag.de, norbert.schindler@bundestag.de, karl-a.lamers@wk.bundestag.de, dorothee.schlegel@bundestag.de, alois.gerig@bundestag.de, nina.warken@bundestag.de, stephan.harbarth@bundestag.de, stefan.rebmann@bundestag.de, franziska.brantner@bundestag.de, thomas.gebhart@wk.bundestag.de, thomas.hitschler@bundestag.de, johannes.steiniger@bundestag.de, olav.gutting@wk2.bundestag.de, egon.juettner@bundestag.de, sylvia.kotting-uhl@bundestag.de, lars.castellucci.ma01@bundestag.de, gerhard.schick@wk2.bundestag.de, marcus.held@bundestag.de, jan.metzler@bundestag.de, tobias.lindner.wk04@wk.bundestag.de, christine.lambrecht@bundestag.de, lothar.binding@wk.bundestag.de, michael.meister@wk.bundestag.de, doris.barnett@wk.bundestag.de

Sehr geehrte Bundestagsabgeordnete aus der Metropolregion Rhein-Neckar,

wie aus vielen Umfragen bekannt ist, stehen weite Teile der BürgerInnen und Bürger und damit auch der Wählerinnen und Wähler hinter dem Ziel einer vollständigen Versorgung mit erneuerbaren Energien.

Aus Sicht vieler engagierter Energiewende-Akteure an der Basis würde mit den derzeit auf Bundesebene beabsichtigen Reformen die weitere Entwicklung einer überwiegend bürgerschaftlich und mittelständisch getragenen dezentralen Energiewende innerhalb kurzer Zeit faktisch beendet. Wichtige Energie- und Klimaziele wären mit den geplanten Weichenstellungen in keiner Weise mehr erreichbar.

Eine positive Auswirkung auf den Strompreis, mit der immer wieder argumentiert wird, ist für die Mehrheit der Menschen und Unternehmen nicht zu erwarten. Das bestätigen u.a. Studien, die die Bundesregierung selbst in Auftrag gegeben hat. Auch das Problem der Nicht-Strom-Energiekosten und das wichtige Thema der Unabhängigkeit von Energieimporten werden damit nicht adressiert - im Gegenteil.

Es ist immer wieder die Rede davon, Deutschland drohe eine De-Industrialisierung und Arbeitsplatzverluste aufgrund hoher Industriestrompreise. Tatsächlich sind die Industriestrompreise aber gesunken und sinken weiter, weshalb sich mittlerweile Industrieorganisationen in Nachbarländern über die ruinöse Konkurrenz durch billigen Industriestrom in Deutschland beklagen.

Tatsächliche Arbeitsplatzverluste gab es hingegen im Solarbereich: innerhalb eines Jahres ist bereits die Hälfte aller Solar-Arbeitsplätze verloren gegangen, wovon kaum gesprochen wird. Die geplanten Weichenstellungen würden weitere Verheerungen anrichten - nicht nur in der Solarbranche. Viele kleine und mittelständische Unternehmen, die das Herz der Wirtschaftskraft in Deutschland ausmachen, stehen mit dem Rücken zur Wand. Und das alles vor dem Hintergrund, dass weltweit die Erneuerbaren Energien boomen, und Deutschland davon als Vorreiterland profitieren könnte.

Wir vermitteln Ihnen gerne Kontakte zu direkt betroffenen Akteuren, damit Sie sich ein besseres Bild von den Auswirkungen der bisherigen Weichenstellungen und den aktuell geplanten Reformen machen können.

Es fällt schwer zu glauben, dass Sie als Abgeordnete des Bundestags den Umbau der Energieversorgung in Richtung Erneuerbare Energien gegen den Willen großer Mehrheiten in der Bevölkerung und auf Kosten unzähliger Arbeitsplätze bewusst und vorsätzlich ausbremsen wollen - ganz gleich welcher Partei Sie angehören oder welchen Hintergrund Sie haben.

Wie stehen Sie persönlich zur “EEG-Reform”?

Ihre Antwort veröffentlichen wir gerne auf unserer Internetseiten, wo sie auch viele Hintergrundinformationen und Kommentierungen zum Thema finden.

Für Rückfragen und Gespräche stehen wir selbstverständlich gerne zur Verfügung.

Herzliche Grüße,

Daniel Bannasch
Geschäftsführer

100% Erneuerbare sind technisch machbar, ökologisch notwendig und wirtschaftlich vorteilhaft. Der Umbau der Energieversorgung kommt aber nicht von alleine. 100% erneuerbare Energien brauchen eine wirtschaftlich und parteipolitisch unabhängige Lobby. Deshalb bin ich Mitglied bei MetropolSolar Rhein-Neckar. Wir vernetzen tausende, die die schnelle und vollständige Ablösung der atomar-fossilen Energieversorgung vorantreiben wollen.

Werden Sie ein Teil dieses lebendigen, regionalen Netzwerks für 100% Erneuerbare Energien. Wenn Sie schon Mitglied sind, werben sie weitere Mitglieder. Wann? Heute.

100% Erneuerbare Energien brauchen eine Lobby. Uns. Werden Sie ein Teil davon. Mitgliedsantrag hier anklicken.

MPS Energie Institut
MetropolSolar Rhein-Neckar e.V.
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6 Kommentare zu „Offener Brief an MdBs: Beendigung einer bürgerschaftlich getragenen Energiewende?“

  1. Hermann Lorenz sagt:

    Sehr guter Aufruf zur Vernunft. Als Volksvertreter sollten die Bundestags-Mandatsträger zum Wohle seiner BürgerInnen wirken. Leider habe ich den Eindruck, dass reine Macht - und Lobbypolitik wider besseren Wissens das Handeln und Lemminge-Abstimmverhalten der MdBs bestimmt.
    Ein Zitat von Abraham Lincoln:
    Man kann einen Teil des Volkes die ganze Zeit täuschen, und das ganze Volk einen Teil der Zeit. Aber man kann nicht das ganze Volk die ganze Zeit täuschen.

    Bitte Aufruf weiterleiten! Die Energiewende darf nicht scheitern!

  2. Böhm Harald sagt:

    Das Handeln der politischen Entscheidungsträger zeigt, wie korrumpiert das System Politik und Großindustrie ist. Zu empfehlen ist hierzu in Kurzfassung die Einleitung von Anne Kreutzmann im Heft “Photon“ April 2014.

  3. Marion Jöst sagt:

    Danke für die Aufklärungsarbeit und die deutlichen Worte. Damit nicht einfach sang- und klanglos Entscheidungen gegen Umwelt und Volk gefällt werden. Wo gibt es eine Demo?

  4. Helmut Langen sagt:

    Danke für diesen diesen Brief, den ich ich gut finde - inhaltlich und im Stil! Hoffen wir, dass er zu einer Verbesserung der EEG-Reform beiträgt.

  5. F. Krüger sagt:

    Ihre Aussagen zur sofortigen technischen Machbarkeit der Energiewende sind aus wissenschaftlich-technischer Sicht nicht haltbar. Zur Grundlastfähigkeit werden in den zahlreichen Ausfallzeiten der Wind- und Solaranlagen weiterhin herkömmliche Kraftwerke und damit fossile Ressourcen benötigt, weil die erforderlichen immens großen Energiespeicher leider auf Jahrzehnte nicht zu vertretbaren Kosten zur Verfügung gestellt werden können. Durch die zwei parallelen Energie-Versorgungssysteme entstehen hohe Zusatzkosten, die wir Stromkunden teuer bezahlen müssen.
    Ich bitte Sie um etwas mehr Ehrlichkeit in Ihren Aussagen!
    Mit freundlichen Grüßen
    F. Krüger

  6. Daniel Bannasch sagt:

    Haben Sie die Beiträge “Wie es gehen könnte…”, “Ein Must-Gugg: Diamanten auf dem Dach” und die Verlinkung zum Kombikraftwerk im Beitrag “Wann, wenn nicht jetzt?” angeschaut? Wo sind Ihrer Ansicht nach konkret die Denkfehler bzw. der Nachweis der Nicht-Machbarkeit?

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