Krieg oder Frieden

Die Frage der Energieversorgung ist eine Frage von Krieg oder Frieden. Krieg gegen weite Teile der Menschheit und der Natur mit atomarfossilen Energien oder dezentrale erneuerbare Energien als Voraussetzung für ein friedliches Zusammenleben auf der Welt.

Ob Gaspreisdrohungen aus Russland, Kampf um Ölfelder in Libyen und im Irak, Hamas-Raketenangriffe auf den israelischen Atomreaktor im Gazakrieg, Genehmigung für einen Kohlehafen im Great Barrier Reef in Australien, Fracking-Wahn in den USA, immer neue Wetterextreme… Der Irrsinn der atomarfossilen Energieversorgung und der Zynismus der Aufrechterhaltung dieser Energieversorgung kennt kaum Grenzen.

Gleichzeitig wird mit dem Absinken der Kosten für Wind- und Solarstrom die Liste der Gründe für eine schnelle und vollständige Umstellung auf erneuerbare Energien immer länger.

Während wir täglich mehr Argumente auf unserer Seite haben, steuert die Energiepolitik in Deutschland mit dem neuen EEG (und flankierenden Maßnahmen) munter in die völlig falsche Richtung - untermalt von einer sinnlosen und teuren Werbekampagne des Wirtschaftsministeriums, die eher eines Propagandaministeriums würdig wäre.

Monatelang haben wir gemeinsam mit vielen anderen informiert, Argumente vorgebracht, Lügen entlarvt, Vorteile der Erneuerbaren dargestellt, vor dem Ausbremsen der Energiewende gewarnt und gekämpft. Es hat alles wenig geholfen. Das ist natürlich sehr frustrierend. Aber was hilft es?

Sollen wir jetzt den Bremsern das Feld überlassen? Wohl kaum.

Wir sind das Volt (hier anklicken)! Wir müssen den Umbau der Energieversorgung auf 100% erneuerbare Energien selbst in die Hand nehmen. Langfristig sind wir nicht mehr aufzuhalten. Kurz- und mittelfristig müssen wir uns aber einiges einfallen lassen.

Die Frage ist: Was ist der beste Weg? Womit können wir am meisten erreichen? Wo sind unsere größten Hebel? Hier ein paar Ansatzpunkte zur Diskussion:

Diamanten auf den Dächern

Der Photovoltaik gehört die Zukunft. Das ist die wesentliche Botschaft eines Vortrags von Eike Weber, den sich alle anschauen sollten, die Zweifel daran haben, dass das so ist, und auch diejenigen, die nicht daran zweifeln, sondern nur an der Politik verzweifeln und sich wieder ein wenig aufbauen wollen.

Die Photovoltaik wurde von der Politik entschlossen abgewürgt: Von jeweils rund 7,5 GW PV in den Jahren 2010-2012 auf 3,5 GW im Jahr 2013 und nur 1 GW im ersten Halbjahr 2014. Warum? Weil der starke Ausbau der PV - wegen der Mittagsspitzen - den Betrieb von Großkraftwerken am stärksten bedroht. Die Photovoltaik ist das schärfste Schwert im Kampf für den Umbau der Energieversorgung auf 100% Erneuerbare Energien und eine Flexibilisierung des Energiesystems insgesamt (dazu auch hier anklicken).

Zeit die Ausbau-Zahlen der Photovoltaik wieder nach oben zu bringen.

In welchem Bereich lässt sich die beste regionale Kampagne/Wettbewerb entwickeln?

  1. Balkonmodule (siehe z.B. Solarstrom auf Guerilla-Art: hier anklicken)
  2. “1 kWp für jedes Dach” (z.B. Aktion in Hallerndorf: hier anklicken)
  3. PV-Anlagen bis 10 kWp (unter der Bagatellgrenze für die Eigenstromumlage)
  4. Ganzdach-PV-Anlagen (mit Stromnutzung zur Wärmebereitstellung)
  5. PV-Mieterstrom-Modell (siehe z.B. hier)
  6. PV-Anlagen für Unternehmen (mit hohem Strompreis UND Eigenstrombedarf)
Was ist der vielversprechendste Ansatzpunkt, um die Entwicklung im Bereich PV weiter voran zu bringen? Wofür können wir am ehesten Menschen motivieren?

Und was gibt es sonst noch für Ansatzpunkte?

Öffentlichkeitsarbeit

Gregor Weber, MetropolSolar-Mitglied aus dem Donnersbergkreis, wirbelt mit seiner Promotiontour “Act Orange” erneuerbare Energien auf (Bild anklicken) und kann dafür noch weitere Unterstützer gebrauchen:

Carl Fechner, der Regisseur des Films “Energieautonomie - Die 4. Revolution plant einen neuen Film und sucht dafür noch weitere Unterstützer:

So wichtig Informations- und Aufklärungsarbeit für die breite Öffentlichkeit sind: es hat sich in den letzten Jahren immer wieder gezeigt, dass Zusammenschlüsse von Akteuren wichtige Motoren der Entwicklung waren.

Akteursvernetzung

MetropolSolar hat rund 300 direkte Mitglieder. Wir sind fest davon überzeugt, dass wir die Bündelung der engagierten Energie-Akteure weiter vorantreiben müssen, denn 100% Erneuerbare Energien brauchen eine Lobby und tragfähige Strukturen (hier anklicken). Deshalb wollen wir unsere Mitgliederzahl verdoppeln (Mitglied werden).

Neben unseren MPS Energie Gesprächen (hier anklicken) und den VOLLER ENERGIE-Konferenzen (hier anklicken) in der Region ist auch die bundesweite Vernetzung wichtig. Dafür gibt es gleich mehrere attraktive Angebote im Herbst:

Was gibt es noch für Ansatzpunkte?

Großkonzepte

Hin und wieder, wenn es brennt, erinnern sich große Medien daran, dass es Konzepte dafür gibt, wie die Umstellung auf erneuerbare Energien viel schneller voran gebracht werden kann, als die Politik es plant.

Auch in der Metropolregion Rhein-Neckar gibt es mittlerweile viele umfassende Konzepte für Kommunen und Landkreise. Diese Konzepte werden in der Regel mit erheblichem Aufwand erstellt. Die entscheidende Frage ist, was mit den Konzepten nach der Fertigstellung passiert - also was davon am Ende umgesetzt wird. Und das ist sehr unterschiedlich. Konzepte können lebendige Prozesse und aktive Strukturen wirkungsvoll unterstützen, aber nicht ersetzen. Im folgenden eine sehr unvollständige Liste:

Jüngstes Beispiel ist das Energie- und Klimaschutzkonzept für den Neckar-Odenwald-Kreis (hier anklicken). Für die gesamte Metropolregion Rhein-Neckar gibt es seit 2 Jahren ein Konzept (hier anklicken), für die Südpfalz wurde ein Konzept in privater Initiative erstellt (hier anklicken). Und auch Kommunen wie Mannheim, Speyer, Heidelberg, Viernheim, Weinheim, Rimbach und andere haben Energie-/Klimaschutz-Konzepte erstellen lassen.

1 Kommentar zu „Krieg oder Frieden“

  1. Sonnen-Piraten sagt:

    Tweet u. Share-Empfehlung

    Auf dem Weg zu 100% EE müssen viele Gespräche mit Bürgern und Unternehmern geführt werden.

    Die Politik zerredet leider immer wieder Schlagworte wie Eigenverbrauch, der aber auch nach der EEGDeform immer noch absolut sinnvoll ist.

Kommentieren