Eine Frage mit Sprengstoff: Wem nutzt es?

Die entscheidende Frage zum Verständnis des Umbaus der Energieversorgung hin zu 100% erneuerbaren Energien und damit verbundenen energiepolitischen Entscheidungen ist: WEM NUTZT ES? So kurz diese Frage ist, so vielfältig und komplex sind die Antworten im Detail. Der Kern dieser Antworten ist allerdings ganz einfach.

Das Wissen zur Umsetzung von 100% Erneuerbaren ist verfügbar. Und es ist in höchstem Maße un-ethisch, das Mögliche JETZT nicht zu tun (siehe auch: Hermann Scheer. 100% jetzt: der energethische Imperativ). Die tatsächliche Umsetzung ist allein eine Machtfrage.

Die Macht der Wiederholung

Der Beitrag “Eine Frage mit Sprengstoff: Wem nutzt es?” kratzt nur an der Oberfläche, aber schon diese dünne Oberfläche enthält bereits genug Stoff, um ganze Bücher darüber zu schreiben - was auch bereits geschehen ist. Er enthält im Prinzip auch genügend Sprengstoff um die aktuelle energiepolitische Diskussion, die sich regelmäßig im Klein-Klein verliert, zu durchleuchten und aus den Angeln zu heben.

Dazu aber müssten die Inhalte massenhafte Verbreitung finden und starker politischer Druck aufgebaut werden. Alles, was Sie hier finden, ist so oder so ähnlich schon oft gesagt worden. Aber so wie die Blockierer von 100% Erneuerbaren ihre falschen Botschaften täglich aufs Neue wiederholen, so müssen auch wir täglich aufs Neue unsere richtigen Botschaften neu verbreiten. Sie können dazu einen Beitrag leisten!

Warum es keinen Konsens über eine “beste Lösung” geben wird

Die Frage des Umbaus der Energieversorgung hin zu 100% Erneuerbaren Energien wird regelmäßig so diskutiert, als ginge es darum, zunächst ein gemeinsames Problemverständnis herzustellen und dann die beste wissenschaftlich-technisch-ökonomische Lösung für dieses Problem zu finden. Darüber sei ein nationaler bzw. globaler gesellschaftlicher Konsens herzustellen. Wenn dieser Konsens gefunden wäre, wären ja alle einig und es ginge nur noch darum, mit demokratisch gewählten, vernünftig handelnden Volksvertretern oder einer Art “wohlmeinendem Diktator”, der in Abwägung aller Interessen handelt, die “richtige Lösung” umzusetzen.

Diese Betrachtung ist mehr als naiv. Sie ist in der Vergangenheit gescheitert und wird auch in der Zukunft weiter scheitern, weil bei der Frage der optimalen Energieversorgung die beste Lösung für viele Milliarden Menschen (nämlich fast alle) - 100% Erneuerbare - gleichzeitig den Ruin von einzelnen aber extrem einflussreichen Akteuren bedeutet.

Warum es sich lohnt, die Menschheit vor die Wand zu fahren

Die Profiteure der Zerstörung unserer Lebensgrundlagen durch die Nutzung atomar-fossiler Energien sind die großen Verlierer des Umbaus der Energieversorgung hin zu 100% erneuerbaren Energien. Ihr Geschäftsmodell basiert auf der Extrahierung, dem Transport, der Verarbeitung und Verteilung von Erdöl, Erdgas, Kohle und Uran. Dieses Geschäftsmodell löst sich mit der Durchsetzung von 100% erneuerbaren Energien in Luft auf.

Das Geschäft mit den atomar-fossilen Energien können wegen der langen Energieketten - von wenigen global verteilten Rohstoffquellen bis zu Milliarden Endkunden - nur multinationale Konzerne bedienen (siehe: Hermann Scheer. Solare Weltwirtschaft). Sie wissen, dass ihre Zeit zu Ende geht. Aber sie wissen auch, dass jedes Jahr Verzögerung Milliarden in ihre Kassen spült. Sie werden ihre gigantischen Infrastruktur-Investionen so lange nutzen wie möglich - und wenn dabei die Welt untergeht.

Die schnell wachsende globale Divestment-Bewegung arbeitet daran, dem Sektor so schnell wie möglich das Geld zu entziehen (siehe auch: “Finanzcrash verhindern, Klimawandel begrenzen, keine Kohle für die Kohle“). Der amerikanische Groß-Investor Warren Buffet hat den Schuss offenbar gehört (”Warren Buffet investiert 30 Milliarden Dollar in Erneuerbare” und “Starinvestor Buffet steigt bei Ölkonzern Exxon aus“).

Die Konzerne der alten Energiewirtschaft und die mit ihnen verbundenen Finanzkonzerne tun nach wie vor alles in ihrer Macht stehende, um politische Parteien, Verwaltungen, Ministerien, wissenschaftliche Forschungseinrichtungen, ganze Staaten und globale Organisationen unter ihre Kontrolle zu bringen. Sie schaffen mit direkter und indirekter Bestechung, Manipulation von Informationen, Auftragsmorden von Bürgerrechtlern und Gewerkschaftern, vor allem aber Einflussnahme auf energiepolitische Rahmenbedingungen die Grundlage für milliardenschwere Gewinne, die sie dann mit Hilfe hochbezahlter Berater möglichst weitgehend der Besteuerung entziehen.

Warum aber spielen die Erfüllungsgehilfen der Konzerne mit?

Eine der Erklärungen findet sich in einer der wenigen wirklich sinnvollen volkswirtschaftlichen Theorien, der sogenannten “Public Choice”-Theorie. Die Bundeszentrale für politische Bildung schreibt dazu:

Public-Choice-Theorie - Theorie der öffentlichen Wahl

Danach haben politisch Verantwortliche zunächst ihren individuellen Nutzen und erst danach das Gemeinwohl im Sinn. Der persönliche Nutzen eines Politikers ist z.B. sein Ansehen aus einem öffentlichen Amt. Daher wird er sein politisches Handeln dem Ziel einer Wiederwahl unterordnen und Interessengruppen bevorzugen, die ihm helfen können, das zu erreichen. Da nur gut organisierte Gruppen hilfreich sind, werden deren Interessen zuerst befriedigt. Aus Sicht der Public–Choice–Theorie werden so die unwirtschaftliche Verwendung und Verteilung öffentlicher Mittel begünstigt (z.B. durch Subventionen).

Duden Wirtschaft von A bis Z: Grundlagenwissen für Schule und Studium, Beruf und Alltag. 5. Aufl. Mannheim: Bibliographisches Institut 2013. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung 2013.

Böse Lobby - Gute Lobby

Solange der allgemeine öffentliche Druck für die Entwicklung hin zu 100% erneuerbare Energien geringer ist, als der Druck wohlorganisierter Lobbygruppen der Atomarfossil-Wirtschaft, werden politische Vertreter nicht den Willen der Mehrheit vertreten, die den schnellen Umbau zu erneuerbaren Energien will.

Es liegt in der Natur der Dinge, dass es wesentlich schwieriger ist Millionen Akteure der Energiewende, tausende kleine und mittlere Unternehmen und Energiegenossenschaften unter einen Hut zu bringen und zu einer schlagkräftigen Lobby zu machen, als einige wenige finanzstarke Konzerne.

Wir versuchen es trotzdem (”Wir über uns“). Beteiligen Sie sich aktiv daran und unterstützen Sie unsere Arbeit, damit wir uns weiter für 100% Erneuerbare engagieren können!

Einige Fragen und Antworten mit Sprengstoff

Da das Thema Finanzen-Energie-Politik sehr umfassend ist, soll hier zunächst einmal eine kleine Stoffsammlung präsentiert werden, die im Lauf der Zeit möglicherweise noch weiter ausformuliert wird (Sie dürfen aber gerne bereits jetzt kommentieren, Anmerkungen machen und Ergänzungen vorschlagen):

  • Wie kommt es, dass ein SPD-Wirtschaftsminister und Vizekanzler Sigmar Gabriel ebenso wie seine für Energiepolitik zuständigen Vorgänger Peter Altmaier (CDU) und Philipp Rösler (FDP) (siehe z.B. “Die große Attacke”) mit Vorsatz die blühende Zukunftsbranche der Erneuerbaren im Interesse einer sterbenden Atomarfossil-Wirtschaft ruinieren?
  • Wie ist zu erklären, dass Sigmar Gabriel, Wirtschaftsminister und Parteivorsitzender einer Partei, die mal angetreten ist, sich für sozial Schwache einzusetzen, die Übergabe von 125.000 Energiewende-Blockierer-Unterschriften des DGB - im Kern der IGBCE - mit einem steuerfinanzierten Werbefilmchen belohnt, während er die millionenfache Gegnerschaft gegen ein konzernfreundliches, geheimverhandeltes TTIP-Abkommen beim Weltwirtschaftsforum in Davos mit den Worten kommentiert “Wir sind vielleicht einfach nur ein bisschen reich und hysterisch…. aber bringt das nicht in den Medien” und beruhigt wird mit dem Satz “keine Angst, wir sind ja hier unter uns” (siehe dazu Twittermeldung zum Thema und “Ab durch die Mitte, SPD“ in der Heute Show vom 13.2.2015)?
  • Warum redet Gabriel von “reich und hysterisch” und interessiert sich nicht für den Krieg “Reich gegen Arm“, der im Kern ein für einige Konzerne hochlukrativer und absolut rücksichtsloser Krieg um Energie und Rohstoffe ist (siehe weiter unten), und warum lässt seine Partei ihn gewähren?
  • Warum haben große Konzerne Interesse am Bau von HGÜ-Trassen in Deutschland und nicht an dezentralen, bürgernahen Lösungen (siehe hier)? Was hat die Commerzbank mit dem Bau von Trassen zu tun (siehe “Ihre Investition in reale Assets“)?
  • Was haben Waffen- und Rohstoffhandel und Steuerhinterziehung miteinander zu tun? Welche Zusammenhänge gibt es mit dem HSBC-SkandalLuxleaks und dem ehemaligen luxemburgischen Ministerpräsidenten und aktuellen EU-Kommissionspräsidenten Juncker? Und warum begegnet man hier auch der Deutschen Bank und E.On (siehe “Luxleaks: Die Deals von Deutscher Bank und E.On“)?
  • Warum wird ein Mann wie Miguel Arias Cañete Nachfolger von Günther Oettinger als EU-Energie- und Klimakommissar - ein Öl-Mann und Fracking-Freund, der mit seiner Partei in Spanien die Ölförderung vorangetrieben, Laufzeitverlängerungen für Atomkraft beschlossen und den Ausbau der Erneuerbaren Energien radikal abgewürgt hat (siehe: “Neuer EU-Kommissar für Energie ist ein Mann der Erdöl-Industrie” und “Atomkraft, ja bitte“)?
  • Wie hängen globale politische Weichenstellungen und Kriegsschauplätze in Zeiten des Klimawandels damit zusammen, dass weltweit 90 Konzerne für 60% der CO2-Emissionen verantwortlich zeichnen (siehe “90 Konzerne verursachen 60% der Klimagase“)?
  • Wer sind die Koch Brothers und warum wollen sie den nächsten amerikanischen Präsidenten mit 250 Mio. Datenprofilen und 900 Mio. Dollar unterstützen und was hat das Ganze mit dem Klimaleugner Lüdecke und den Windkraftgegnern von “Pro Hüttenfeld” im Kreis Bergstraße zu tun (siehe Koch-Hartland-EIKE-Lüdecke-Lampertheim)?

Diese bereits sehr umfangreiche Auflistung von Fragen und Verlinkungen stellt nur die Spitze des Eisbergs der Verflechtungen von Finanzen, Rohstoffen und politischen Entscheidungsträgern dar.

Armut und Reichtum, Krieg und Terror

Diese Verflechtungen sind nicht nur für die Anhäufung gigantischer Vermögen bei einigen Wenigen auf Kosten von Milliarden Menschen maßgeblich mit verantwortlich, sondern stehen auch im Hintergrund vieler weltweiter Kriegsschauplätze wie im Nahen Osten, Afghanistan, Ukraine, Somalia, Nigeria (Erdölausbeutung als Mit-Ursache, siehe “Ein Reporter bei Boko Haram - Sie schnippen mit dem Finger und wir sind tot“) u.a.

Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse von allen (siehe auch “Was wir brauchen“), aber nicht groß genug für die Gier einiger weniger. 1% der Menschen wird 2016 mehr Vermögen angehäuft haben, als die restlichen 99% zusammen (siehe hier):

Der Krieg um Energie und Rohstoffe ist ein Krieg “Reich gegen arm”. Die Rüstungsindustrie partizipiert mit vielen Milliarden an den direkten Folgen der Fortsetzung des alten Energiesystems.

Die USA gaben bei weitem mehr für Rüstung aus, als alle anderen großen Rüstungsnationen zusammen (siehe: “Militärausgaben steigen - außer im Westen” und “Militärausgaben 2012“). 7 der 10 größten Rüstungsproduzenten weltweit sind in den USA zu Hause (siehe: “Weltweit weniger Waffen verkauft“, zu China liegen keine Zahlen vor).

In einem Artikel der Bundeszentrale für politische Bildung: “Der neue Militärisch-Industrielle Komplex in den USA” findet man folgende Passage:

Dick Cheney wechselte 1989 aus dem Repräsentantenhaus in das Amt des Verteidigungsministers und 1993 von der Spitze des Pentagon in die Führungsetagen der Wirtschaft. Fünf Jahre lang leitete er als Vorstandsvorsitzender den texanischen Erdöldienstleister Halliburton, der von der Bush-Administration zum Hauptauftragnehmer für den Wiederaufbau im Irak gemacht worden ist (aktuelles Auftragsvolumen: über zwei Milliarden US-Dollar). Der Vizepräsident bezieht von Halliburton immer noch über 150 000 US-Dollar pro Jahr aus Abschiedsgeldern und Aktienoptionen. Dass die Bush-Administration Interessenpolitik im Dienste der Erdölindustrie betreibt, ist mittlerweile weithin bekannt. Die massiven Interessen der Rüstungsindustrie werden bislang übersehen.

Oberste Repräsentanten westlicher Demokratien betätigen sich als Cheflobbyisten von Energiekonzernen und Rüstungsindustrie. Sie stehen mit der rauchenden Waffe in der Hand und beklagen die Bedrohung durch den Terror. Das bereitet den Boden für fortgesetzte Flüchtingskatastrophen im Mittelmeer und anderswo und nährt den - zum Teil nur vordergründig islamistischen - Terrorismus. (Dass sich eine deutsche Analyse der Verbindungen von US-Regierung und der Ölindustrie auf einer “Islampage” findet, ist nur ein kleiner Hinweis, siehe “Es geht ums Ganze, … nicht ums Öl“).

Ein großer Teil der weltweiten Öl- und Gasreserven liegt in muslimischen Ländern (siehe z.B. “Erdöl” und “Erdgas“). Wahlweise bieten dort Diktatoren, Kriege oder islamistische Terroristen, die zu einem beachtlichen Teil vom Westen gefördert wurden, den Vorwand zum Eingreifen - immer dann, wenn der ungehinderte Zugriff auf die Ressourcen gefährdet scheint.

Die gezielte Manipulation des Ölpreises kann ebenfalls eine geostrategische Waffe und - auf dem Umweg über Destabilisierung von Ländern - ein Mittel zur Sicherung des Zugriffs auf wichtige fossile Reserven sein (siehe z.B. “Ölpreis: “Maduro sieht Ölkrieg gegen Venezuela und Rußland“). Auch auf anderen Wegen lassen sich Länder destabilisieren, um Zugriff auf deren Ressourcen zu erhalten (siehe “Bekenntnisse eines economic hit man“).

Die Bedrohung der abendländischen Demokratien durch ausufernde Lobbykratie, rücksichtslose Ressourcenbeschaffung und das ständige Messen mit zweierlei Maß steht in direktem Zusammenhang mit der tatsächlichen oder vermeintlichen Bedrohung durch Terror und Flüchtlingsströme von außen. Die viel beschworenen westlichen Werte und Gesellschaften sind bereits massiv von innen ausgehöhlt.

Wir wissen, wie es gehen könnte. Wir sind das Volt.

Allein die dargestellte Spitze des Eisbergs sollte ausreichen, um deutlich zu machen, warum es bei energiepolitischen Entscheidungen in Deutschland pro oder contra 100% erneuerbare Energien in Bürgerhand - im wahrsten Sinne des Wortes - nicht um einen Nebenkriegsschauplatz geht, sondern um das ganz große Rad, von dem die Menschheit überrollt wird - oder eben auch nicht.

Damit ist auch klar, warum sich die Akteure der Bürgerenergie von einer lobbygesteuerten Politik nicht immer weiter einschränken und in den Sandkasten der Bedeutungslosigkeit abschieben lassen dürfen. Wir “brauchen” den Klimawandel nicht, um zu begründen, warum 100% erneuerbare Energien JETZT! zwingend sind.

Wir sind das Volt! Wir wissen, dass 100% Erneuerbare keine ferne Utopie ist. Wir wissen “wie es gehen könnte“!

(Nachtrag zum Blogbeitrag auf den Hinweis eines Lesers: Zur Gesamtthematik siehe auch ein Gespräch mit Dr. Daniele Ganser vom Dezember 2014, Autor von “Europa im Erdölrausch“, und sein Vortrag “Die Terroranschläge vom 11. September 2001 und die Folgen“. Hochspannend. UNBEDINGT ANSCHAUEN!).

.

.

Wie Gewalt entsteht

Wer wissen will, wie Gewalt entsteht, findet eine gute Beschreibung in dem Buch “Schmerzgrenze. Vom Ursprung alltäglicher und globaler Gewalt” des Freiburger Neurobiologen Joachim Bauer. Wer dieses Buch liest, wird verstehen, wie wir mit unserer rücksichtslosen Beschaffung von (Energie-)Rohstoffen, vielfältige Grundlagen für Gewalt und Terrorismus legen.

Aus der Beschreibung des Verlags:

Schmerz erzeugt Aggression. Doch die „Schmerzgrenze“ des Gehirns verläuft anders, als wir bisher dachten

Brutale Gewalt in aller Öffentlichkeit, Amokläufe an Schulen, tödliche ethnische Konflikte und Kriege um knapper werdende Ressourcen: Das Phänomen der Aggression wird immer bedrängender und macht uns Angst.

Der „Aggressionstrieb”, folgenreiche Erfindung von Sigmund Freud und Konrad Lorenz, erklärte die Gewalt zur unverrückbaren Konstante der menschlichen Natur. Joachim Bauer entlarvt den Mythos des Aggressionstriebes und liefert mit Schmerzgrenze eine Neukonzeption des Gewaltphänomens, die auf neuesten neurowissenschaftlichen Erkenntnissen beruht. Evolutionärer Zweck der Aggression ist, uns gegen die Zufügung von Schmerzen wehren zu können. Doch die Schmerzgrenze des Gehirns verläuft anders, als wir bisher dachten. Unser Gehirn bewertet Ausgrenzung und Demütigungen wie körperlichen Schmerz und reagiert deshalb auch darauf mit Aggression. Dies bedeutet: Aggression steht im Dienste der Verteidigung sozialer Bindungen.

Auch Armut bedeutet Ausgrenzung und Demütigung, zumal wenn sie sich im Angesicht von Reichtum ausbreitet. Wasser, Nahrung und Rohstoffe werden auf unserem Globus zur immer knapperen Ressource. Wenn wir das Problem der ungerechten Ressourcenverteilung nicht in den Griff bekommen, wird die Gewalt weltweit zunehmen und die menschliche Existenz bedrohen.

Joachim Bauers neues Buch „Schmerzgrenze” zeigt: Nur Fairness, Kooperation und ein neues Verständnis der Mechanismen der Gewalt können einen Weg aus der Aggressionsspirale weisen.

12 Kommentare zu „Eine Frage mit Sprengstoff: Wem nutzt es?“

  1. Bert Robel sagt:

    Die Antwort ist ganz einfach:

    Den Solarbaronen und den Windjunkern!

  2. Daniel Bannasch sagt:

    Kommen noch Argumente und Erläuterungen zu ihrem Kommentar?

  3. Die “Solar to go” Kampagne | Der Sonnenflüsterer sagt:

    [...] mehr oder minderem Erfolg. Wie der aktuelle Bericht von Daniel aufzeigt legen wir uns letztendlich mit den großen Playern dieser Welt an. Ich habe keine Lust mit meinen bescheidenen Blogger Mitteln gegen diese GroßKotz [...]

  4. Marion Jöst sagt:

    Die Zuwendung von unseren jungen Frustrierten zur IS ist auch keine Lösung. Wie war das mit dem afrikanischen Sprichwort von den “vielen kleinen Leuten an vielen kleinen Orten die das Gesicht der Welt verändern.”? Aber Afrika wurde und wird schon immer verheizt ..Ich bin jenseits von Frust. Aber wir bleiben trotzdem dran!! Herzliche Unterstützung Eure Marion

  5. Viktor Klein sagt:

    Die Fakten mögen stimmen, doch wir werden mit deren Aufzählung nichts bewirken. Ich halte die Strategie “Wir bringen die Wahrheit ans Licht und dann empören sich alle und ändern ihr Verhalten” für nicht produktiv.
    Die Menschen haben keine Lust auf komplexe Zusammenhänge. “Die Welt ist böse? So what? Lass mich doch mit diesem Mist in Ruhe! …”

    Stattdessen brauchen wir einen einfachen Slogan, der die Zusammenhänge auf eine einfache Wahrheit reduziert, die auch der einfachste Mensch verseht und bei der er seine Eigen Gefühlslage wiederfindet.
    (Negativ)Beispiele sind: “Solarstrom kostet den einfachen bürger Geld!” Kann man beliebig oft wiederholen und war zur Durchsetzung der letzten EEG Reform enorm hilfreich. Ist nicht wahr beleibt aber hängen (Siehe Solarbarone und Windjunker-Kommentar).
    Anderes Beispiel: “Lügenpresse”. Dekonstruierung einer objektiv berichtenden Presse führ zu einer relativierung jeder Wahrheit. Genialer Schachzug! Das wird von der Pegida in Erinnerung bleiben und nicht ihr Thesenpapier.
    22 Fakten aufzuzählen wird meiner Meinung nach keinen Erfolg haben. Sie bestätigen nur dem sowieso interessierten, dass er recht hat. Für die nicht interessierten wirkt es vielleicht beinahe “hysterisch” Eine Zentrale den Menschen bewegende Parole ist meines erachtens das was man in diesem Zusmmanhang braucht.
    Der englische “Deinvest”-Slogan ist meiner Meinung nach die richtige Strategie nur nicht passend auf den deutschen Sprachraum.

  6. Daniel Bannasch sagt:

    Der Beitrag ist ein Steinbruch für Multiplikatoren - wie Sie. Machen Sie was draus :-)

    Es geht nicht darum, zu sagen, dass die Welt böse ist und die Hände in den Schoß zu legen.

    Es geht darum, den vielen gutwilligen hochaktiven Akteuren für 100% erneuerbare Energien in Bürgerhand auf der lokalen Ebene zu sagen: “Es ist NICHT Eure Schuld, wenn Ihr nicht mehr handlungsfähig seid.”

    Macht trotzdem weiter.

    Aber seid nicht so naiv zu glauben, dass die große Politik Euch lokal nicht treffen kann, wenn Ihr nur das richtige tut. Ihr müsst Euch auch auf der Ebene der Politik einmischen. Sonst werdet Ihr keine geeigneten Rahmenbedingungen haben!

    Kämpft dafür!

  7. Daniel Bannasch sagt:

    Hier auch noch mal der Link zum Beitrag auf der Sonnenseite:

    http://www.sonnenseite.com/de/politik/eine-frage-mit-sprengstoff-wem-nutzt-es.html

    mit Dank an Bigi und Franz Alt für die Veröffentlichung!

  8. Daniel Bannasch sagt:

    @Viktor Klein

    Noch mal ganz kurz:

    1. Was ist Ihre “produktive Strategie”?
    2. Was wird Erfolg haben?
    2. Was ist die richtige Parole?

  9. Klimaschutz: Wie geht es der regenerativen Energiewirtschaft? - SUSTAINMENT´s BLOG sagt:

    [...] Kapitel von Herman Scheer veröffentlichen dürfen – Lesenswert! Auch in dem Beitrag “Eine Frage mit Sprengstoff: Wem nutzt es?” von Daniel Bannasch ist diese hemmende Gemengelage aus Wirtschaftsinteressen und Politk [...]

  10. Daniel Bannasch sagt:

    Zur Unterwanderung von EE-Organisationen durch Konzerne der alten Energiewirtschaft, siehe u.a.
    https://twitter.com/MetropolSolarRN/status/570634832339968000

  11. Daniel Bannasch sagt:

    Was ist sicher, preiswert und fördert den Frieden? Beitrag von unserem Mitglied Tina Ternus vom Oktober 2014. Hoch aktuell: http://experts.top50-solar.de/5424/was-ist-sicher-preiswert-und-f%C3%B6rdert-den-frieden

  12. Wind und Netze für die Energiewende sagt:

    [...] Zum Thema siehe auch “Kasperletheater der Tri-Tra-Trassenfreunde“, “Wind gewinnt“, “Wie es gehen könnte” und “Eine Frage mit Sprengstoff: Wem nutzt es?“ [...]

Kommentieren