Alle Wege führen zur Sonne

“Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht Menschen zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Menschen die Sehnsucht nach dem weiten endlosen Meer.” (Antoine de Saint-Exupery)

Es ist Frühling. Und die Kraft der Sonne wird für uns alle wieder spürbar.

Nur ein verschwindend kleiner Teil unserer Energieversorgung ist atomarfossil. Aber dieser verschwindend geringe Anteil aus Kohle, Uran, Erdöl und Erdgas steht für Klimawandel, Korruption, politische Abhängigkeiten, Kriege, Flüchtlingsströme, Verseuchungen, Landschaftszerstörungen. Eine solche Energieversorgung ist kurzfristig und kurzsichtig. Wir setzen dafür das Leben von Milliarden Menschen aufs Spiel. Irgendwann sind die endlichen Ressourcen weg und zurück bleiben die Verwüstungen von Ländern und Gesellschaften. Das wissen wir alle.

Die Sonne ist ein verlässlicher und starker Partner. Sie wird uns die nächsten Milliarden Jahre zur Verfügung stehen. Die Sonne ist mehr als 100 mal so groß wie die Erde - im Durchmesser. Sie beheizt unseren Planeten. Sie kann als direkte Solarstrahlung oder indirekt als Wind-, Wasser- oder Bioenergie überall auf der Welt genutzt werden. Sauber und friedfertig. Alle Techniken dafür stehen zur Verfügung. Selbst wenn wir nur einen Bruchteil der Energie, die uns die Sonne liefert, aktiv nutzen, reicht das locker für unsere Energieversorgung aus.

Es gibt also überhaupt keinen Zweifel daran, auf welche Energiequelle wir unsere Energieversorgung ausrichten müssen und zwar schnell und vollständig. Und die Menschen wollen die Umstellung - mit großer Mehrheit.

Eigentlich alles klar, oder?

Eigentlich ja, aber… In den alltäglichen Diskussionen um die Umstellung auf erneuerbare Energien in Deutschland passiert seit einiger Zeit immer wieder folgendes: Es gibt Grabenkämpfe zwischen denen, die eine Umstellung auf erneuerbare Energien wollen. Zwischen einer unüberschaubaren Vielzahl an Pro-Erneuerbare-Energien- und Contra-Atomarfossil-Organisationen. Innerhalb der Organisationen. Um Verordnungen, Gesetze und Fallstricke. Um die perfekten Techniken und Systemlösungen. Um Trassen und Speicher. Um große und kleine Anlagen. Um die Arbeitsplätze der einen und die Jobverluste der anderen. Um die einen und die anderen Unternehmen und Geschäftsmodelle. Um die bessere oder schlechtere Partei. Um…

Wir sind wie eine große Gruppe in einem Boot auf dem Meer, das an vielen Stellen bereits leck geschlagen ist. Über uns sind dunkle, schwarze Wolken aufgezogen. Die See ist stürmisch. Wir wissen, wo das rettende Ufer ist, aber es ist nicht ganz nah.

Und was passiert auf dem Boot?

Es gibt ein Jammern und Wehklagen über die verzweifelte Lage, die Gedanken, ob es nicht besser wäre umzukehren, ob wir nicht mit den falschen Menschen in einem Boot sitzen oder andere nicht genug oder das falsche tun, ob wir die Kraft haben, das Ufer überhaupt zu erreichen. Es tobt ein wilder Kampf zwischen denjenigen, die noch etwas haben und denen, deren Hab und Gut bereits über Bord gegangen ist. Wir streiten darüber, ob das Ruder des einen die richtige Form und das des anderen die richtige Farbe hat oder ob jemand ohne Ruder überhaupt noch auf dem Boot sein darf…

Was muss sich ändern?

In Umkehrung des Bildes von Saint-Exupery geht es nicht um die “Sehnsucht nach dem großen, weiten Meer”, sondern die “Sehnsucht nach dem rettenden Ufer”, die Sehnsucht nach der Sonne. Dorthin müssen wir unseren Blick richten, darauf hin müssen wir unsere Kräfte bündeln und alles daran setzen, das rettende Ufer zu erreichen - gemeinsam.

Zur Sonne, zur Freiheit.

5 Kommentare zu „Alle Wege führen zur Sonne“

  1. Erhard sagt:

    Ja wir stehen alle an der Reeling und sehen das Meer und jeder träumt wie es am Ende des Horizontes aussieht. Die einen sehen Windräder die anderen Solarmodule wieder andere Effizienz und wir merken nicht, dass alles notwendig sein wird. Auf einem Boot muß einer Kapitän sein. Momentan sehe ich viele starke Ruderer und keinen der das Schiff steuert. Dann schaukelt es eben dahin wo uns die Wellen führen…

  2. Tina sagt:

    Spontan fällt mir zu den hier so treffend hinterfragten Grabenkämpfen der Energiewendeszene Monthy Python’s ein ….. ;-)
    https://www.youtube.com/watch?v=RtmSLZk2Y-I

  3. Daniel Bannasch sagt:

    Und hier ist professionell inszeniert die Verbindung zwischen den großen Problemen (”We should collectively do something about this”), der großen Vision (”We have this handy fusion reactor in the sky - called the sun”) und den konkreten Lösungen und dem fehlenden Baustein (”The missing piece”).

    Starker Auftritt von Elon Musk von Tesla mit Speicherlösung: http://www.theverge.com/2015/5/1/8527543/elon-musk-tesla-battery-feels & https://www.youtube.com/watch?v=yKORsrlN-2k

  4. 1. Mai 2015: Die Energierevolution kommt! sagt:

    [...] Alle Wege führen zur Sonne [...]

  5. Emil Lauerwald sagt:

    Und wir können doch etwas tun……
    Wie soll unsere Energieversorgung in Deutschland in der Zukunft aussehen? Atomkraft, Fracking, Braunkohle etc. Und dies soll über TTIP, CETA und TiSA festgeklopft werden?

    Namhafte Personen aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft belegen, dass mit erneuerbaren Energien in naher Zukunft die Energieversorgung in Deutschland zu schaffen ist.
    Der Weiterbetrieb von AKWs wird damit überflüssig.
    Zudem wäre es höchst grob fahrlässiges und vorsätzliches Handeln, würde man einer friedlichen und im besonderen Sinne umweltfreundlichen Technologie zur Energieerzeugung nicht den unbedingten Vorrang einräumen.
    Wir müssen uns, unseren Kindern und Enkeln eine lebenswerte Zukunft erhalten. Stopp Fracking!
    Zu diesem Zweck sind alle aufgerufen! Helft mit, die Umstellung auf 100%+++ Erneuerbare Energien zum größten Erfolg des Jahrhunderts werden zu lassen.
    Wie? – Jeder kann etwas tun!! Schaut unter http://www.campact.de
    Lasst Euch etwas einfallen z.B. Anzeigen schalten, auf Trinkbechern drucken, auf Bäckertüten, in Schulen, an ÖPNV-Haltestellen (Bahn,Straba,Bus), auf Flugblättern, usw.
    Es soll erreicht werden, dass landauf landab, die Forderung an unsere Politiker endlich „in die Puschen zu kommen“ für 100%+++ Erneuerbare Energien so deutlich wird, damit sie unter Druck geraten. Die nächste Wahl kommt bestimmt und Prozente verlieren wollen sie nicht. Mit diesen Aktionen soll der Wille des Volkes an die Öffentlichkeit gebracht werden.
    Das Betreiben von AKW’s bringt schon mit der Gewinnung des Urans die ersten Probleme.
    Und nebenbei gesagt, hier und mit dem Transport fällt auch der Großteil der CO² Belastung an, der immer so schön verschwiegen wird.
    Aber viel wichtiger ist die Betrachtung der gesundheitlichen Probleme der Menschen, gerade bei dem Abbau des Urans. Heute kommt der größte Teil dieses Materials noch aus Australien, Kanada und Kasachstan. Die Abraumbedingungen sind für die Arbeiter hier „vielleicht“ nicht so schlimm.
    Aber die Bergbaukonzerne arbeiten fieberhaft daran, neue Vorkommen zu erschließen, vor allem in Afrika.
    In Ländern wie Niger, Namibia und Gabun wird schon seit vielen Jahren Uran abgebaut – mit wie vielen menschlichen Verlusten ? Dass die Arbeiter weitgehend ohne körperliche Schutzmaßnahmen arbeiten müssen, wird in der Öffentlichkeit verschwiegen.
    Nach außen wird behauptet die Krankheiten und Todesfälle kämen von der Rauch- und Trinksucht der Arbeiter, weil auch die Ärzte sich meist den Mineneigentümern verpflichtet fühlen.
    Doch Schuld ist in erster Linie der radioaktive Staub und die Strahlung, die von diesem Material ausgeht.
    Mit diesem Staub in der Kleidung gehen die Arbeiter nachhause. Dort waschen die Frauen mit bloßen Händen diese Wäsche. So kommt die Krankheit auch in die Familien.
    Würde eine Uranmine in Deutschland unter diesen Bedingungen betrieben werden können ?! Nein . Die gesetzlichen Auflagen und die Arbeitnehmervertretungen würden dies nicht zulassen!
    Die Betreiberunternehmen würden erst gar nicht auf diesen Gedanken kommen - Ihr „guter“ Ruf könnte Schaden erleiden.
    Mit solchen Methoden wollen sie nichts zu tun haben. Diesen Dreck will man vor seiner eigenen Haustür nicht haben!!
    Nun beginnt man in Malawi den Abbau von Uran und in Tansania droht ebenso die Invasion der Strahlenkriminellen. Auch deutsche Firmen sind hier beteiligt und machen ihren Profit.
    Es ist eine Schande, dass der Name Deutschlands immer noch im Zusammenhang von menschenverachtenden Ausbeutungsmaßnahmen genannt wird und dabei kein unbedeutender Akteur ist.
    Deswegen engagieren wir uns von der BI „AKW Biblis abschalten!“ und hoffen auf eine breite Unterstützung hier im Raum nördliche Bergstraße.
    Die BI „AKW Biblis abschalten!“ möchte diese Aktion hiermit in die Bevölkerung tragen, sodass Niemand hinterher sagen kann: „Ich wusste davon nichts“. Information auch im Internet: http://www.ippnw - http://www.ausgestrahlt.de - http://www.campact.de - http://www.byebyebiblis.de - http://www.BUND-bergstrasse.de - http://www.bund.net - und und und
    Die Bevölkerung muss erfahren, dass eine kleine Postkarte zum herbeiführen des Stromwechsels für den privaten Haushalt hin zu 100%+++ erneuerbarer Energie als Erstes reicht, um etwas zu tun: Beratung im Internet: http://www.atomausstieg-selber-machen.de
    Sie müssen erfahren, dass Atomstrom von Anfang bis zum Ende die Menschen, die Tiere, die Natur krank macht, ja sogar tötet. Wasser und Erde und letzten Endes die Menschen werden verseucht.
    Was bleibt ist atomarer, jahrtausendelang vor sich hin strahlender Müll, der sogar von der Bundeskanzlerin Angela Merkel verharmlost wird, entgegen der von ihr vertretenen offiziellen Politiklinie.
    Sie, die es von ihrer Position her wissen müsste, handelt gegen alle Vernunft. Lässt sich von der Atomlobby mit dem alten Märchen vorgaukeln atomarer Strom sei quasi CO² neutral.
    Sie lässt es zu und verbreitet diese Information durch ihre Reden und unterstützt den Export von Atomkraftwerkstechnologien, statt die Technologie der Erneuerbaren im Ausland zu forcieren. Sie könnte damit unter Umständen Verteilungskämpfe oder gar Kriege um Uran, Kohle und Öl verhindern. Ist sie nicht gerade dabei weitere Dummheiten zu begehen? Anfang Juni lädt sie Regierungschefs führender Industriestaaten zum G7-Gipfel in die Nähe von München ein. Dort sollen sich wohl alle zu TTIP, CETA und TiSA bekennen? Soll mit TTIP, CETA und TiSA die Demokratie und die europäischen Grundrechte unterwandert werden?
    Ist das unsere Vorstellung von der „Macht des Volkes“?.
    Geht diese Politik in die Richtung, die wir so gewollt haben?
    Sagen wir hinterher auch: „Wir konnten ja nichts machen“ , „Wir wollten das nicht“ , „die Politik macht ja sowieso was sie will“ ???
    Wir können etwas dagegen setzen. Wir müssen es sogar!
    Die Politik muss korrigiert werden.
    Deswegen lasst uns zusammen die Menschen bewegen.
    Schließt Euch der BI an.
    Die nächste Demo 4. Juni 2015 in München – da müssen wir hin.
    Schaut auch im Internet unter: http://www.campact.de
    Die Menschen der Region nördliche Bergstraße werden ebenso Zeichen setzen wie viele andere mit Ihnen - Zusammen sind wir stark!
    Wir lassen uns nicht „falsch“ regieren.
    Wir haben unseren Verstand nicht mit der Stimme bei der Wahl abgegeben.
    In diesem Sinne
    Wir sind das Volk und die Macht geht vom Volke aus.
    Emil Lauerwald
    für die BI AKW-Biblis-abschalten!

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