Kommentar zu “Strom 2030″: FAIL!

Das Bundeswirtschaftsministerium hat ein Papier mit dem Titel “Strom 2030” zur Diskussion gestellt. Bis heute, 31.10.2016, können Kommentare abgegeben werden (per Mail: strom2030@bmwi.bund.de). Hier ein Kommentar:

Ablehnung des Papiers “Strom 2030″ in der Grundausrichtung

Begründung:

1. 2030 statt 2050+:

Das Papier heisst “Strom 2030″. Aber nicht einmal 2050 ist eine vollständige Umstellung auf erneuerbare Energien vorgesehen. Das ist inakzeptabel.

Die schnelle Umstellung auf 100% Erneuerbare Energien ist nicht nur dringend geboten (siehe z.B. Leonardo di Caprio “Before the Flood“), sondern aufgrund exponentieller, disruptiver Entwicklungen auch möglich und wahrscheinlich (siehe z.B. Tony Seba “Clean Disruption of Energy and Transportation“).

Alle Konzepte sollten das Jahr 2030 für eine vollständige Umstellung auf Erneuerbare Energien ernsthaft betrachten. Sie laufen sonst Gefahr von der Wirklichkeit überholt zu werden - so wie die Prognosen der IEA und die Stromkonzern- und Fossilauto-Politik der Bundesregierung.

2. Ausbau statt Ausbremsen:

Die Politik des Ausbremsens der Erneuerbaren durch die Bundesregierung muss ein Ende haben (siehe dazu Volker Quaschning “Energiewende bald ohne Klimaschutz und Bürgerenergie?“). Wir brauchen für einen schnellen Umbau der Energieversorgung in Richtung 100% Erneuerbare einen Ausbau-Faktor 10-20 bei Wind und Solar (siehe dazu: “Die Energiewende auf dem Bierdeckel“) - also eine MASSIVE Beschleunigung. Darauf (und auf die Konsequenzen daraus) müssen sich alle ernst zu nehmenden Konzepte einstellen.

3. Autonomie statt Abhängigkeit:

Es wird im Papier “Strom 2030″ viel vom Europäischen Strommarkt geredet, aber wenig von Energieautonomie. Genauer: Das Wort kommt im gesamten Dokument nicht ein einziges Mal vor. Grundsätzlich muss die Energieautonomie ins Zentrum des Energiesystems der Zukunft (siehe dazu z.B. Hermann Scheer “Energieautonomie“). Dezentrale, zellulär vernetzte Energieversorgung muss das Maß der Dinge sein und nicht die Schaffung neuer Abhängigkeiten. Alle Hemmnisse für eine autonome Versorgung müssen abgeräumt werden!

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