“Zahlen, bitte!” Lobbyisten kosten 53,7 Trio.

Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) hat mal wieder eine Horrorzahl zur Energiewende rausgehauen: 520.000.000.000 EUR. Eine kleine Analyse zu den Rechenkünsten der Lobbyisten von der INSM findet sich bei klimaretter.info (hier anklicken). Zu dem sehr speziellen INSM-Club gibt es ein paar Infos bei Lobbypedia (hier anklicken) und den Energiebloggern (hier anklicken).

Immer ganz toll, wenn Volkswirte und renommierte Einrichtungen am Werk sind. Großmeister der Zunft ist Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hans-Werner Sinn, der im Vortrag “Energiewende ins Nichts” zeigt, dass er das Thema insgesamt nicht verstanden hat. Aber das macht er so geschickt, dass man sogar glauben könnte, es hätte Sinn, was er da erzählt. Leider - oder sagen wir vielleicht eher zum Glück - erzählt Herr Sinn Unsinn! Schon Hermann Scheer hatte viel Spaß mit ihm.

Gerade bei den vermeintlich rationalsten Ökonomen-Exemplaren mischen sich Zahlen und Gefühle wild miteinander und Klarheit auf der einen und völlige Blindheit auf der anderen Seite schließen sich nicht aus. Dazu muss man nicht einmal gekauft sein. Aber es hilft.

Ein schönes Beispiel der Unabhängigkeit von Forschung findet sich im Beitrag “Das ZEW und die Kohle“. Und von dieser Sorte Beispiel gibt es viele. Wenn zum Beispiel mal wieder was zur Energiewende vom RWI kommt, muss man aufpassen, dass man das nicht mit RWE verwechselt. Die Beziehungen sind innig.

Was immer funktioniert: irgendein Preisschild irgendwo drankleben und sagen “teuer” oder “billig”. Peter Altmaier, der vor ein paar Jahren erklärt hat, dass die Energiewende eine Billion kosten würde und damit richtig schön medialen Erfolg hatte, hat offenbar gerade mit den Atomkonzernen ausgehandelt, dass sie uns ihren Dreck überlassen dürfen und die Rechnung für die Konzerne nach oben begrenzt wird (hier anklicken). Voll billig. Für uns natürlich leider nicht. Für uns wird die Rechnung nach oben offen sein. Also 1.000.000……. Entscheiden Sie selbst, wie viele Nullen Sie hinten dran hängen wollen.

Der Sonnenflüsterer und Energieblogger Erhard Renz hat mal die INSM-Zahl 520 Mrd. genommen und auf 72 Cent runtergebrochen (hier anklicken) und außerdem noch festgestellt, dass Zeitungslesen 1.269.600.000.000 Euro kostet (hier anklicken). Wenn er noch ein paar Tage so weiterrechnet, wird bestimmt noch ein guter Volkswirt aus ihm.

Eine Studie des Forums Ökologisch Soziale Marktwirtschaft im Auftrag von Greenpeace Energy kommt zu dem Ergebnis, dass die atomarfossile Energieversorgung 1,5 Mal so viel kostet, wie die erneuerbare Versorgung (hier anklicken).

Was lernen wir daraus? Zahlen sehen immer schön exakt aus. Wenn man aber genau hinschaut, dann sieht man, dass sie nahezu beliebig willkürlich sind. Und dass man vor dem Blick auf die Zahlen, vielleicht als allererstes mal einen Blick hinter die Zahlen, sprich auf die Leute, Organisationen und Interessen hinter den Zahlen werfen sollte. Und wenn man dann die Zahlen anschaut, dann bitte richtig, mit allen Details und Abgrenzungen.

Egal wer welche Zahlen wie rechnet: Um eine vollständige Umstellung auf erneuerbare Energien kommen wir in keinen Fall herum. Und dafür gibt es viele Gründe unter anderem zu finden auf www.metropolsolar.de

Jetzt wissen Sie, warum mir die “Energiewende auf dem Bierdeckel” tausend mal lieber ist, als Lobby-Wissenschaftler mit exakten Scheinrechnungen auf Stammtisch-Niveau.

Wer ein paar einfache Zahlen zur Energiewende sucht, findet sie z.B. bei Tony Sebas “Clean Disruption of Energy and Transportation”, der “Energiewende auf dem Bierdeckel” und Volker Quaschnings “Energiewende bald ohne Klimaschutz und Bürgerenergie?” (hier anklicken)

Ach so, da fehlt noch was. Warum uns Lobbyisten 53,7 Trillionen kosten? Rechnen Sie doch einfach selbst :-)

1 Kommentar zu „“Zahlen, bitte!” Lobbyisten kosten 53,7 Trio.“

  1. IEmobility sagt:

    Prima Beitrag. Dankeschön.

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