BUND: Energiewende braucht Windenergie

Unsere Mitgliedsorganisation, der Kreisverband des BUND Bergstraße, vertritt zum Thema Windkraft ganz offensichtlich eine andere Position als die “Naturschützer” von Vernunftkraft, von denen man im übrigen nicht viel hört, wenn es um die Auswirkungen der atomaren und fossilen Energieversorgung geht (s. z.B. “Hambacher Forst: Rodungen im unter Polizeischutz angelaufen“). Hier geht es zur Pressemitteilung:

Windenergieanlagen müssen gerade auch im Odenwald installiert werden

BUND: Energiewende ist ohne Windenergie nicht machbar

Der BUND-Kreisverband Bergstraße setzt sich für den Ausbau der Windenergie gerade auch im Odenwald ein. BUND-Kreisvorstandssprecher Herwig Winter: „Die Gegner der Windenergienutzung im Odenwald huldigen Sankt Florian und bleiben die Antwort auf die Frage schuldig, woher der Strom kommen soll, wenn niemand mehr Atom- und Kohlekraftwerke haben will.“ Der Ausstieg aus der Nutzung nuklearer und fossiler Brennstoffe ist gesellschaftlicher Konsens. Als Konsequenz müssen regenerative Energieträger zu 100% zur Basis der Energiegewinnung werden, bei größtmöglicher Energieeffizienz und deutlich reduziertem Energieverbrauch.

Windenergie ist für die Energiewende unabdingbar, da sie von allen regenerativen Energieträgern die kostengünstigste und effizienteste Lösung darstellt und gleichzeitig den geringsten Flächenverbrauch mit sich bringt. Eine moderne Windenergieanlage benötigt dauerhaft eine Fläche von nur wenigen hundert Quadratmetern für den Betonsockel und zusätzlich etwa 2.000 - 3.000 Quadratmeter wasserdurchlässige Schotterfläche für Wartungsarbeiten, zusammen also etwa 0,3 ha Fläche, die nicht mehr für Forstwirtschaft genutzt werden kann. Ansonsten ist unter den Rotoren Forst- und Landwirtschaft weiterhin möglich. Um die gleiche Strommenge durch Fotovoltaik zu erzeugen, bedarf es einer Fläche von etwa 5 ha, die bei Installation auf der Freifläche keine Forst- und nur in sehr eingeschränktem Umfang Landwirtschaft zulässt. Bei der Stromerzeugung aus Biomasse beträgt die Fläche sogar 150 bis 200 ha.

Die mit Windenergieanlagen verbundenen Probleme liegen vor allem in den Bereichen Immissionsschutz sowie Arten- und Landschaftsschutz. Deshalb sollen im Rahmen der Regionalplanung in Hessen in der Größenordnung von 2 % der Landesfläche Windkraftvorranggebiete ausgewiesen werden. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass 98 % der Landesfläche frei von Windrädern bleiben. Herwig Winter: „Gewaltige Hochspannungstrassen wie Südlink, an denen mehr Vögel zu Tode kommen als an Rotoren von Windenergieanlagen, sind nur dann verzichtbar, wenn die Windenergieanlagen dezentral errichtet werden. Und zwar dort, wo die Windhöffigkeit hoch und das Konfliktpotenzial mit dem Arten- und Immissionsschutz gering ist. Solche Standorte gibt es auch im Odenwald.“

In den Vorranggebieten muss eine Mindestwindgeschwindigkeit von 5,75 Metern pro Sekunde herrschen, damit die Windkraftnutzung effizient betrieben und so die Anzahl der Anlagen insgesamt so niedrig wie möglich gehalten werden kann. Zudem müssen die Vorranggebiete einen Abstand von 1.000 Metern zu Wohnsiedlungen einhalten. Dem Artenschutz muss Genüge getan werden, indem durch wissenschaftliche Gutachten sichergestellt wird, dass besonders geschützte Arten in den Vorranggebieten entweder nicht vorhanden sind oder durch entsprechende Stilllegungszeiten für die Anlagen beispielsweise während des Vogelzugs nicht beeinträchtigt werden.

V.i.S.d.P.:
Herwig Winter, BUND-Kreisvorstandssprecher
Jungviehweide 23
69509 Mörlenbach
Tel: 06209/4353
Fax: 03222/1609894
Mail: herwig.winter@bund.net

Zu diesem Beitrag siehe auch: “Osterrätsel: was ist das?“, “Wind gewinnt” und die “Energiewende auf dem Bierdeckel“.

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