SONNE FÜR ALLE. 2030.

Heute am 22. März ist Weltwassertag. Ein Grund mehr für “Sonne für alle. 2030″

Warum Volker Quaschning recht hat und zentrale Botschaften trotzdem ganz anders sein sollten :-) Es lohnt sich sehr den Vortrag “Sektorkopplung durch die Energiewende: Wie viel Photovoltaik brauchen wir?“​ anzuschauen, aber…

Natürlich kann es nicht darum gehen, dass wir kommunizieren, was wir für “politikerverträglich” halten, sondern wir müssen die Botschaften kommunizieren, die die Lage erfordert. Nicht unsere Botschaften und Forderungen sind dann extrem, sondern die Lage und die theoretische und praktische Verleugnung durch alle politischen Parteien.

Je näher Vertreter der Erneuerbaren an den Berliner Hofstaat heranrücken, umso sanfter werden ihre Aussagen. Erinnern Sie sich noch an das Raunen im Saal beim Neujahrsempfang des BEE, als Angela Merkel von der Atempause geprochen hat? Man will ja niemand verärgern und sich den Zugang zur Politik bewahren. Damit werden aber in Berlin die Akteure in der Provinz und eine echte Energiewende verkauft.

“Teeren und federn”, wie Volker Quaschning anregt, statt “mit Applaus empfangen” sind aus meiner Sicht durchaus anschlussfähige Vorschläge für politische Vertreter, die uns erklären, bei der Energiewende sei alles auf einem guten Weg. Scherz: natürlich bin ich gegen jede Art von Gewalt!

Es gibt im Vortrag von Volker Quaschning allerdings eine Reihe von Punkten, die aus meiner Sicht aus einem anderen Blickwinkel betrachtet werden sollten.

Im Wesentlichen sind das:

1. Wir sollten exponentielle, disruptive Entwicklungen beim Ausbau der Erneuerbaren (statt linearen Entwicklungen) und die Jahreszahl 2030 (statt 2040) kommunizieren.

Wir befinden uns seit Jahren weltweit real in diesen exponentielle Entwicklungen aufgrund techisch-ökonomischer Disruption. Vor diesem Hintergrund - und zwar NUR vor diesem Hintergrund - ist das Jahr 2030 für “100% Erneuerbare global” plausibel kommunizierbar (statt 2040) (Siehe dazu “Klarheit und Orientierung: Clean Disruption & Die Energiewende auf dem Bierdeckel“)

Der Paketpreis der Kombination PV + Speicher + E-Mobilität wird in den nächsten Jahren das atomarfossile Energie- und Moblitätssystem sprengen (Siehe dazu “Der Solar-Tsunami rollt an…“)

2. Wir sollten nicht vor allem die für viele Menschen lähmende negative Vision der existentielle und finalen Bedrohung durch den Klimawandel kommunizieren (”Wir werden alle sterben, wenn wir so weiter machen…”, sondern uns auf die positive, motivierende Vision der “Sonne für alle” ausrichten (”Zur Sonne, zur Freiheit!”. Free-Power-Bewegung…). (Siehe dazu “Sonne 2030. Go Solar… Media!“)

Der Slogan “Sonne für alle” adressiert Fragen der sozialen Gerechtigkeit und der lokalen Ökonomie, sowohl in Deutschland (Mieterstrom, Steckersolar, Genossenschaften, Stadtwerke, autonome Versorgungskonzepte vor Ort…) als auch weltweit (wirtschaftliche Entwicklung durch Sonnenenergienutzung für 1-2 Mrd. Menschen ohne Netzanschluss, Agro-PV…)

3. Nicht der vernünftige, geordnete Masterplan, sondern die unkontrollierbare Disruption konvergiender Märkte wird uns retten (Wind- und Solarstrom, lokale Wärmekonzepte zur Netzsteuerung, autonome Sharing-Akkus auf Rädern, die uns von A nach B transportieren, mobile Raten-Bezahlsysteme übers Handy…).

4. Wir müssen uns mental und praktisch auf die Verwerfungen vorbereiten, die die exponentiellen, disruptiven Entwicklungen mit sich bringen. Und hier ist die eigentliche Aufgabe der Politik: den Wandel, der ohnehin kommt, verantwortlich zu gestalten: bürgernah und sozial verträglich. In Deutschland und global.

Ansätze dazu finden sich bei z.B. bei Tomi Engels “CO2-Steuer für ein ökologisches Grundeinkommen” (Vortrag bei der ABSI-Tagung in Regensburg - mit mehreren sehr guten Vorträgen) und Erhard Renz Mikrokredit zur globalen Mensch-zu-Mensch-Finanzierung der Energiewende, insbesondere vor dem Hintergrund der Unlösbarkeit des Armutsproblems durch Migration. Finanzierung statt Flüchtling.

Die Poltik kann den Wandel hin zu 100% Erneuerbaren zeitweise verlangsamen, aber nicht mehr grundsätzlich verhindern. Vermutlich kann die Politik den Wandel hin zu 100% Erneuerbaren sogar nicht einmal mehr wirksam verlangsamen, wenn man ein paar Jahre vorausschaut. Wie bei einer steigenden Flut kann man die Deiche immer höher ziehen, die Gewalt mit der sie eines Tages brechen, wird dadurch nur größer. Wenn die Flut kommt, hilft es nur ein Boot zu bauen und nicht die Tür zu schließen.

5. Lassen Sie uns den Populismus bekämpfen, indem wir die Dinge nicht falsch vereinfachen und die Menschen verdummen, sondern gut vereinfachen; indem wir gemeinsam die Komplexität des Themas Energie reduzieren, auf Bierdeckel- und Stammtisch-Niveau bringen (Siehe dazu “Semsrott klärt auf“) und gesellschaftlich und politisch für “Triple A” kämpfen:

Aufklärung (statt Verdummung)
Ausbau (statt Ausbremsen)
Autonomie (statt Abhängigkeit)

Wenn wir damit viele Menschen erreichen wollen (und das wollen wir) müssen wir dafür wir die Macht der sozialen Prosumer-Medien nutzen.

SONNE FÜR ALLE. 2030. GO SOLAR MEDIA!

1 Kommentar zu „SONNE FÜR ALLE. 2030.“

  1. Rainer sagt:

    Nachdem gestern der Weltwassertag war und eine wunderhübsche Grafik darüber Auskunft gab, welche “Generatoren”, wie viel Wasser “weg-panschen” beim Wandel in el. Energie, habe ich als Teutone schmerzlich Angaben, in für den größten Teil der Welt direkt verwertbare SI-Einheiten im Dezimalsystem sind, vermisst. Nicht erst seit einem gewissen Herrn T. tanzt die USA hier inzwischen seit 1784 zusammen mit den höchst wichtigen Staaten Liberia und Myanmar gegen das Metrische System aus der Reihe aller anderen Staaten auf der Welt.

    Pass fantastisch zu der aktuellen Regierung : “Das metrische System sei unamerikanisch, hieß es, unpatriotisch, kommunistisch oder gar eine arabische Verschwörung. ”

    Nun mein Beitrag für alle, die ihrerseits von “Gallonen per MWH” wenig bis garnix halten - oh Wunder es gibt auch eine deutschsprachige Webseite, die brav alles übersichtlich und leicht umrechenbar zur Verfügung stellt (Dezember 2004) :
    http://www.energieverbraucher.de/de/site__894/

    Auch hier (zehn Jahre später März 2014):

    http://www.n-tv.de/wissen/Wasserverbrauch-steigt-dramatisch-article12506051.html

    hat sich die Situation noch weiter verschärft. “Schon jetzt sei die Energieproduktion für 15 Prozent des weltweiten Wasserverbrauchs verantwortlich, 2035 werde diese Zahl sogar bei 20 Prozent liegen” schreibt man dort.

    Auch nicht uninteressant : “Der weltweite Energiebedarf werde bis 2035 um 70 Prozent steigen - rund die Hälfte davon vereinen China und Indien auf sich.” lt. diese oben verlinkten Artikels.

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